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Erinnern an den Uropa

03.08.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sie wurden bedroht, bestohlen und sogar getötet: Vor 80 Jahren wurden viele Sinti und Roma Opfer der deutschen Nationalsozialisten. Manchmal tauchen auch heute noch Erinnerungsstücke an diese Zeit auf.

Thomas Franz (rechts vorne im Bild) hält das Armband in der Hand – mit auf dem Foto sind eine Mitarbeiterin der Organisation und seine Familie.  Foto: Hannes von der Fecht/Arolsen Archives/dpa
Thomas Franz (rechts vorne im Bild) hält das Armband in der Hand – mit auf dem Foto sind eine Mitarbeiterin der Organisation und seine Familie. Foto: Hannes von der Fecht/Arolsen Archives/dpa

Dieses Schmuckstück hat für Thomas Franz einen ganz besonderen Wert. Das Armband gehörte seinem Urgroßvater. Es ist eine wichtige Erinnerung. Eine Organisation hat das Schmuckstück gerade Thomas Franz und dessen Familie zurückgegeben, nach mehr als 80 Jahren.

Das Armband war dem Urgroßvater damals von den Machthabern in Deutschland geraubt worden.

Die Rede ist von den Nationalsozialisten, kurz Nazis. Sie gingen brutal gegen Menschen vor, die nicht in ihr Weltbild passten. Sie sperrten sie in spezielle Lager. In diesen Konzentrationslagern ließen die Nazis Menschen schwer arbeiten, hungern und sogar umbringen.

Sehr viele Opfer waren Juden. Aber auch Sinti und Roma wurden bedroht, vertrieben und getötet. Sinti und Roma sind eine Bevölkerungsgruppe, die ursprünglich aus Indien stammt. Vor etwa 600 Jahren kamen die Menschen nach Europa und Deutschland. Zu dieser Gruppe gehörte auch der Urgroßvater von Thomas Franz. Auch ihn sperrten die Nazis in ein Konzentrationslager (abgekürzt: KZ).

Diese schlimmen Zeiten sind zum Glück vorbei. Aber noch heute werden Sinti und Roma wegen ihrer Herkunft benachteiligt. Zum Beispiel, wenn sie einen Beruf oder eine Wohnung suchen. Knapp zwölf Millionen Sinti und Roma leben heute noch in Europa.

Am Dienstag wurde an das Schicksal der Sinti und Roma vor 80 Jahren gedacht. An diesem Gedenktag kamen unter anderem Politiker und Nachfahren in einem der früheren Konzentrationslager zusammen. In diesem Lager war früher auch der Urgroßvater von Thomas Franz eingesperrt. Das Schmuckstück hatte er damals schon nicht mehr. Für Nachfahren der Opfer ist es oft sehr bewegend, wenn persönliche Gegenstände der Familie nach so langer Zeit wieder auftauchen. Das können geraubte Eheringe, Uhren oder Familienfotos sein. „Es ist schön und berührend, jetzt etwas in der Hand zu halten, das meinem Uropa etwas bedeutet hat und das er schon vor der Zeit im KZ besaß“, sagte Thomas Franz, dessen Urgroßvater das Lager überlebt hat. „Wir haben sonst nichts aus dieser Zeit. Die Nazis haben meiner Familie alles genommen“, erklärt er. dpa

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