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Erfrischung von oben!

15.06.2013 00:00, Von Julia Lutzeyer — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein Besuch im Wasserbehälter in Kernen im Remstal: Hier fließt die Donau durch Rohre

H2O heißt die chemische Verbindung der Elemente Wasserstoff und Sauerstoff. Doch für Carl Böhme ist das kühle Nass vor allem eins: ein kostbares Lebensmittel. Darüber erzählt der Mitarbeiter des Wasserwerks Kernen im Remstal Grundschulkindern bei seinen Führungen.

Carl Böhme erklärt Schülern, welchen Weg ihr Trinkwasser nimmt: vom Hochbehälter zum Wasserhahn
Carl Böhme erklärt Schülern, welchen Weg ihr Trinkwasser nimmt: vom Hochbehälter zum Wasserhahn

„Bekommt ihr euer Trinkwasser aus dem Bodensee oder von der Landeswasserversorgung?“: Diese Frage kann man als Stuttgarter Bürger schon mal hören. Denn je nach Wohnviertel und Straße fließt in den Trinkwasserleitungen der Landeshauptstadt das kühle Nass aus dem Schwäbischen Meer oder eben aus der Donau.

Aus diesem Fluss gewinnt der Zweckverband Landeswasserversorgung mit Sitz in Langenau bei der Stadt Ulm einen Großteil des Wassers, das dann zu Trinkwasser aufbereitet wird. Dieses gereinigte Donauwasser fließt aber nicht nur in vielen Stuttgarter Küchen und Badezimmern aus dem Hahn, sondern versorgt auch andere Städte in Baden-Württemberg – zum Beispiel Kernen im Remstal.

„Etwa 90 Kilometer legt das Donauwasser von Langenau zurück, bis es im Hochbehälter Harthau ankommt“, erklärt Carl Böhme. Und in nächster Nähe zu diesem Hochbehälter steht nun eine Gruppe Drittklässler. Die lässt sich von dem Mitarbeiter des Wasserwerks Kernen im Remstal erklären, woher ihr Trinkwasser kommt. Deshalb sind sie die Weinberge auf 348 Meter Höhe hochgewandert.

„Wasser lagert immer oben, damit es von dort in einer Hauptleitung herunterfließen kann“, sagt Herr Böhme. In flachen Gegenden gibt es anstelle von Hochbehältern Wassertürme. „Ihr könnt euch die Wasserkammern mit der Hauptleitung und den sich verzweigenden Nebenleitungen wie einen Baum vorstellen“, erklärt der Experte.

„Die Wassertanks sind die Baumkrone. Der Stamm ist die Hauptleitung. Und die sich verzweigenden Wasserleitungen unten im Kerner Stadtteil Rommelshausen sind das Wurzelwerk.“

Wie dieses Wurzelwerk aussieht, zeigen die Wasserrohre, die auf einem Tisch ausgebreitet sind. Dort liegen  moderne Kunststoffrohre und Wasserleitungen aus Gusseisen. Die Kinder sehen aber auch uralte Rohre, zum Beispiel aus einem Holzstamm geschnitzte.

„Das hat funktioniert. Der Nachteil war, dass unterwegs viel Wasser ungenutzt verloren gegangen ist“, erklärt Böhme. „Die Tonrohre stammen aus einer Zeit, als Württemberg ein Königreich war.“ Das ist jetzt fast 100 Jahre und länger her.

Toll ist es, dass die Kinder auch die große Wasserkammer und die Technikräume mit riesigen Rohren und Rädern betreten dürfen. Doch zunächst heißt es: Überschuhe anziehen. Eine reine Vorsichtsmaßnahme!

Denn nasse Füße bekommt keines der Kinder, das in den Wasserspeicher schaut. Eine Treppe mit Geländer führt direkt ins zehn Grad kalte Wasser.

Ob hier wirklich ein Goldfisch schwimmt, wie Herr Böhme den Kindern weismachen will?

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