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Ene, mene, Popel

05.12.2020 05:30, Von Assata Frauhammer — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Es ist gar nicht so schlimm, wenn man mal in der Nase bohrt, sagt ein Arzt

Die meisten Menschen tun es heimlich, aber fast jeder popelt mal. dpa-Nachrichten für Kinder hat einen Arzt gefragt, ob Nasebohren ungesund ist. Und aus was Popel eigentlich bestehen.

Die Kinder Milo und Bela aus Heidelberg. Milo zieht eine Grimasse, weil sich Bela den Finger in die Nase steckt.  Foto: Assata Frauhammer
Die Kinder Milo und Bela aus Heidelberg. Milo zieht eine Grimasse, weil sich Bela den Finger in die Nase steckt. Foto: Assata Frauhammer

Wann hast du zuletzt gepopelt und wurdest du vielleicht dabei erwischt? „Finger aus der Nase!“, heißt es dann oft von den Erwachsenen. Viele Menschen finden Nasebohren eklig. Aber trotzdem machen es die meisten immer mal wieder. Der Grund: Irgendetwas stört und soll raus. Die Nase fühlt sich „zu“ an. Was genau hängt da eigentlich in der Nase?

„Popel bestehen aus Dreck und getrocknetem Schleim“, sagt Bernhard Junge-Hülsing. Er ist Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Die Nase produziert ständig Schleim, um winzige Teilchen abzufangen. Denn beim Einatmen können zum Beispiel Staub oder Blütenpollen in die Nase gelangen. „Die bleiben in dem Schleim hängen und werden dann von den sogenannten Flimmerhärchen, also vielen kleinen Härchen in der Nase, wie auf einem Fließband nach hinten in den Rachen transportiert“, erklärt der Experte. Ein Popel entsteht, wenn sich viel Dreck oder andere Dinge in der Nase angesammelt haben und das Gemisch eintrocknet.

Popel können hart oder glibberig sein. Wenn sie zu groß sind, möchten wir sie loswerden. Also mit dem Finger rausholen? „Nasebohren ist nicht schlimm. Zu viel ist aber blöd, weil man sich aufkratzen kann und das kann zu Nasenbluten führen“, sagt Bernhard Junge-Hülsing.

Wenn die Nase sehr verstopft ist, kann man auch mit Nasensprays oder einer Spülung nachhelfen. Aber ab und zu mal zu popeln ist in Ordnung! Von Hilfsmitteln wie einem Papiertuch über dem Finger oder Wattestäbchen rät der Arzt ab: „Man sollte niemals etwas anderes als den Finger in die Nase stecken!“.

Und wenn der Popel draußen ist, wohin dann damit? Am besten in ein Taschentuch schmieren und wegwerfen. Manche Kinder stecken ihn aber auch einfach in den Mund. „Es spricht nichts dagegen, Popel zu essen“, sagt der Experte. Denn Schleim, der in der Nase nach hinten transportiert wird, wird auch geschluckt und verdaut. Popel, die gegessen werden, nehmen nur einen Umweg.

Jetzt also Finger in die Nase und lospopeln? Nein, eine Sache solltest du beachten: „Vor dem Popeln Hände waschen!“, sagt Bernhard Junge-Hülsing. Denn auf den Fingern können Viren oder Bakterien sitzen, die dich krank machen können. Gerade während der Corona-Pandemie ist es besonders wichtig, die Hände häufig zu waschen. Und du solltest dir nicht so oft ins Gesicht oder in die Nase fassen.

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