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Elefanten schlafen nur kurz Wie die Tiere in freier Wildbahn die Nacht verbringen, wissen die Experten nicht

19.10.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(dpa) Wir Menschen sind ganz schöne Langschläfer – zumindest im Vergleich zu den Elefanten. Wir brauchen rund neun Stunden Schlaf pro Nacht. Elefanten kommen dagegen mit weit weniger aus. Wenn du jeden Tag so lange schlafen würdest wie ein Elefant, wärst du wahrscheinlich ziemlich müde. Denn die Tiere schlummern viel kürzer als wir Menschen. Das sagt der Tier-Experte Harald Schwammer. Er arbeitet im Zoo in Wien in unserem Nachbarland Österreich. Viele Jahre erforschte er, wie die großen grauen Tiere schlafen. „Elefanten schlafen etwa vier bis fünf Stunden am Tag“, sagt Harald Schwammer. Und das noch nicht mal am Stück. „Das verteilt sich auf mehrere Schlafphasen.“ In der Wildnis sind diese Phasen kürzer als im Zoo. Freie Elefanten schlafen nur etwa eine oder anderthalb Stunden am Stück. „Das liegt daran, dass es in freier Wildbahn viele Gefahren gibt, zum Beispiel Löwen“, erklärt der Experte. Im Zoo gibt es keine Gefahren. Deswegen schlafen die Tiere dort häufig entspannter und etwas länger. Doch wie Elefanten in der Wildnis Afrikas oder im Dschungel in Indien wirklich schlafen, wissen Forscher nicht genau. Das zu erforschen ist nämlich nicht ganz einfach. Denn nachts ist es dunkel, und die Forscher können die Tiere nicht genau beobachten. Einfach eine Taschenlampe anknipsen und nachsehen, geht auch nicht. „Wenn es hell ist, dann beeinflusst das Licht den Schlaf bei den Elefanten. Genau wie bei uns auch“, sagt Irene Tobler. Auch sie erforscht den Schlaf von Tieren. Einen schlafenden Elefanten kann man in der Wildnis deshalb nur selten beobachten. „Am Zoo hatten wir Forscher zu Besuch, die seit 40 Jahren das Verhalten von Elefanten erforschen. Aber in freier Wildbahn hatten sie noch nie einen schlafenden Elefanten gesehen“, erzählt Harald Schwammer. Dort konnten sie die Tiere dabei zum ersten Mal beobachten. „Sie waren deswegen ganz aus dem Häuschen.“ Deshalb weiß Harald Schwammer: „Ein schlafender Elefant ist ein eindrucksvoller Anblick.“ Die großen, schweren Tiere legen sich dabei häufig hin. „Eine Elefantenkuh bleibt aber immer stehen und hält Wache.“ Dabei wechseln sich die Tiere ab. Dennoch konnten die Forscher bei Elefanten in der freien Wildbahn etwas Besonderes beobachten: Die erwachsenen Tiere bilden nachts einen Kreis um die Jungtiere. Denn diese sind eine Leibspeise von Löwen und Hyänen. Die kleinen Tiere können sich nicht so gut wehren und sind deshalb eine leichte Beute. In der Mitte des Kreises sind sie aber sicher. Denn die Angreifer müssten erst mal an den tonnenschweren Dickhäutern vorbei. Da haben sie wenig Chancen. Auch wenn sie süß aussehen: Kleine Elefanten können übrigens ganz schöne Nervensägen sein. Denn wenn sie nachts Hunger haben, machen sie ziemlich viel Radau, um eine Elefantenkuh aufzuwecken. „Sie laufen dann über die schlafenden Muttertiere und springen auf ihre Rüssel drauf“, sagt Harald Schwammer. So lange, bis die Mutterkuh aufsteht und sie endlich Milch bekommen.

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