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Einwanderer auf leisen Pfoten: der Goldschakal

02.09.2020 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manche Tiere wandern aus anderen Gegenden ein, weil sie hier auch gute Lebensbedingungen finden

In Deutschland gibt es eine neue Tierart: den Goldschakal. Er sieht aus wie eine Mischung aus Wolf und Fuchs. Warum der Goldschakal nach Deutschland eingewandert ist, gibt Forschern Rätsel auf.

Ein Goldschakal im Gehege des Zoos Rheine. Der Goldschakal ist kleiner als ein Wolf, aber größer als ein Fuchs.  Foto: Felix Böcker
Ein Goldschakal im Gehege des Zoos Rheine. Der Goldschakal ist kleiner als ein Wolf, aber größer als ein Fuchs. Foto: Felix Böcker

Was ist das für ein seltsames Tier? Ist das etwa ein Wolf? Nein, dafür ist es zu klein. Dann vielleicht ein Fuchs? Nein, dafür ist es wiederum ein bisschen zu groß, und auch die Farbe des Fells stimmt nicht ganz.

Es muss irgendetwas anderes sein. Aber was bloß?

Das seltsame Tier ist ein Goldschakal. Die Tiere werden immer öfter in Deutschland gesichtet. Das sei etwas ganz Besonderes, verrät Felix Böcker. Der Forscher arbeitet in der Stadt Freiburg im Bundesland Baden-Württemberg. Wenn ein Goldschakal irgendwo gesichtet wird, landet die Meldung bei ihm auf dem Schreibtisch.

„Das Besondere ist, dass es dieses Tier hier bei uns vorher noch nicht gegeben hat“, erklärt Felix Böcker. Das unterscheidet den Goldschakal zum Beispiel von Wölfen und Luchsen. Diese haben schon in früheren Zeiten hier gelebt. Sie wurden dann aber vom Menschen ausgerottet oder vertrieben und siedeln sich nun langsam wieder an.

Die Tiere erweitern ihren Lebensraum

Goldschakale leben dagegen normalerweise in Südosteuropa und Asien. Also mehrere Hundert bis Tausend Kilometer weit weg. Doch seit einigen Jahren beobachten die Forscher, dass die Tiere ihren Lebensraum erweitern und Richtung Norden ziehen, unter anderem auch nach Deutschland.

So wurden Goldschakale etwa schon in Bayern, Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gesichtet.

Das erste Tier wurde vor über 20 Jahren gefunden, es wurde damals von einem Jäger erschossen. „Dass es ein Goldschakal war, hat sich damals aber noch nicht groß herumgesprochen“, sagt Felix Böcker. Der Fund wurde nicht sonderlich beachtet. Das hat sich geändert. Denn mittlerweile werden die Tiere immer öfter gesichtet. Allein letztes Jahr gab es über ganz Deutschland verteilt etwa 20 Nachweise.

Goldschakale sind jedoch extrem scheu. Deshalb ist es auch superschwierig nachzuvollziehen, wo sie langgewandert sind. „Wenn wir ein Tier sichten, wissen wir nicht, woher es kommt. Es gibt einfach noch zu wenig Daten“, sagt der Fachmann. Das ist beim Wolf zum Beispiel anders. Über dessen Bestand wissen die Forscher sehr gut Bescheid.

Warum sich die Goldschakale ausbreiten, gibt den Fachleuten Rätsel auf. „Manche vermuten, es könnte mit dem Klimawandel zu tun haben. Die Tiere sind extrem anpassungsfähig und flexibel“, verrät der Forscher. Eine andere Vermutung ist, dass es mit Nahrung zu tun hat.

Eins weiß man aber sicher: Angst müssen wir Menschen vor dem Goldschakal keine haben! Stattdessen können wir etwas Einzigartiges beobachten, nämlich wie sich eine neue Tierart bei uns ansiedelt.

Dem Goldschakal mit Spürhunden auf der Spur

Forscher wie Felix Böcker wollen mehr über die Goldschakale herausfinden. Zum Beispiel interessiert es sie, wie viele der Tiere mittlerweile in Deutschland leben.

Allerdings sind Goldschakale sehr scheu. Man sieht sie sehr selten und kann sie deswegen nicht einfach zählen. Deswegen untersuchen Forscherinnen und Forscher das, was die Tiere hinterlassen: ihren Kot.

Bei der Suche danach helfen den Forschern unter anderem Spürhunde, die den Kot der Goldschakale erschnüffeln können.

Über Kotproben kann man die einzelnen Tiere unterscheiden

Wurde ein Tier gesichtet, ziehen die Forscher mit ihren Hunden los und versuchen eine Kot-Probe zu nehmen. Diese wird dann im Labor untersucht. Auf diese Weise können die Wissenschaftler die einzelnen Goldschakale bestimmen und unterscheiden.

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