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Einmal mit dem Finger antippen genügt: Wer Musik hören will, kann das zum Beispiel mit dem Smartphone ganz einfach. Einige Menschen aber spielen Musik lieber so wie früher ab, von einer Schallplatte.

07.01.2022 05:30, Von Sophia Reddig — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Pfffffffft“, macht die Maschine. Dann fällt eine frisch gepresste, runde Scheibe auf den Stapel mit anderen Schallplatten. Das Presswerk mit dem Namen „intakt!“ in der Hauptstadt Berlin kann pro Tag bis zu 3000 solcher Platten herstellen. Die Schallplatten sind in etwa so groß wie eine große Pfanne. Früher benutzten die Menschen vor allem Schallplatten, wenn sie zu Hause Musik hören wollten.

Foto: Adobe Stock/kite_rin
Foto: Adobe Stock/kite_rin

Ähnlich wie CDs und Kassetten müssen Schallplatten in ein spezielles Abspielgerät gelegt werden, damit Musik erklingt. Für Platten braucht man einen Plattenspieler. Klingt ganz schön umständlich! Trotzdem gibt es auch heute eine kleine Gruppe von Leuten, die wie früher solche Schallplatten kauft und anhört. Dabei steigt auch die Zahl der verkauften Platten seit vielen Jahren wieder an.

Warum machen die das? „Dafür gibt es mehrere Gründe“, sagt Max Gössler. Er hat das Presswerk gegründet und ist selbst ein echter Schallplatten-Liebhaber.

Wie viele Leute nennt er sie Vinyl-Platten, wobei Vinyl auf den verwendeten Kunststoff hinweist. Max Gössler findet: „Die Vinyl-Platte ist einfach das schönste Format.“ Die Verpackung hat etwa die Größe eines Pizzakartons, deswegen sei darauf viel Platz für Bilder. „Außerdem beschäftige ich mich viel mehr mit der Musik“, erklärt Max Gössler. „Ich muss entscheiden, welche Platten ich für meine Sammlung kaufe. Und zu Hause muss ich überlegen, welches Album ich jetzt eigentlich hören will.“ Einfach mal ein Lied überspringen oder ständig zwischen verschiedenen Alben hin und her springen geht am Plattenspieler nämlich nicht so einfach.

Ein weiterer Punkt ist für Max Gössler die Musik selbst: „Vinyl-Platten haben eine ganz eigene Art des Klangs, die ich sehr mag. Das kommt daher, dass die Musik mit einer Nadel von der Platte abgelesen werden muss.“

Auf der Platte befindet sich nämlich eine sehr dünne Rille. Diese führt in einer langen Spirale von der Außenseite der Scheibe in die Mitte. In dieser Rille befindet sich ein winzig kleines Muster.

Dreht sich die Platte im Plattenspieler, tastet eine Nadel dieses Zickzackmuster in der Rille ab. Dabei wird es in Klang übersetzt.

Max Gössler findet es auch super, dass er zum Kaufen von Schallplatten in einen Laden geht. „Dort hat schon jemand eine Vorauswahl getroffen, der sich wirklich gut mit Musik auskennt“, sagt er.

Im Internet gebe es einfach so unfassbar viel Auswahl. Und noch etwas findet er toll: Wenn er eine Schallplatte kauft, bekommen die Musiker einiges von dem Geld. Mehr, als wenn er sich dieselben Lieder online anhört.

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