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Einen Tanker übers Meer steuern

05.05.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Seekarte, Kompass, Sprechfunk, Steuerrad – und ringsum Wasser. In Bremen lernen Studenten, wie man Schiffe steuert. Aber nicht auf echten Schiffen, sondern auf einer nachgebauten Kommandobrücke. Ein pfiffiges Computerprogramm sorgt dafür, dass alles möglichst echt wirkt.

Zielstrebig tuckert der Tanker „Johor Queen“ über den Peenestrom. Der Peenestrom ist eine Fahrrinne in der Ostsee, zwischen der deutschen Küste und der Insel Usedom. An den Seiten ziehen grüne Wiesen und Bauernhäuser vorbei. Am Steuer stehen Charlotte Peters und Chris Erbacher. In der Ferne können sie schon ihr Ziel erkennen: Die Hafengebäude und den Kirchturm der Stadt Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern. Der Himmel ist grau, das Wasser ruhig. Das sieht ziemlich echt aus, wie auf einem Schiff. Aber eigentlich stehen die beiden Studenten und Kapitän Hans-Joachim Speer im vierten Stock eines Hauses in Bremen. Sie üben in einem Raum, der aussieht wie die Kommandobrücke eines Schiffes. An drei Wänden laufen Filme, ähnlich wie du sie vielleicht von Computerspielen kennst. Der Raum heißt Schiffsführungssimulator: Der soll die Situation auf einem Schiff nachstellen.

Die Übung auf dem Peenestrom dauert etwa fünf Stunden. Kurz vor der Einfahrt in den Hafen von Wolgast gerät das Schiff in flaches Wasser. Hier müssen Charlotte und Chris aufpassen, dass sie sich nicht im Sand festfahren. Vor ihnen, in dem Film an der Wand, fährt ein anderes Schiff. „Das ist ja viel langsamer als wir“, ruft die 23-jährige Charlotte. „Es fährt nur drei Knoten, wir fahren acht.“ Knoten ist die Angabe dafür, wie schnell ein Schiff fährt. Nun gibt Charlotte zwei lange und zwei kurze Töne mit einer Art Horn ab. Das Schiffshorn macht laut „Tröööööt“. „Wir signalisieren dem Schiff, dass wir es an seiner Backbordseite überholen möchten“, sagt der 27 Jahre alte Chris. Backbord steht in der Seemanns-Sprache für links. Vorsichtig steuert er an dem Schiff vorbei, das nun steuerbord zu sehen ist. Steuerbord – das ist rechts. Beim Überholen hört man sogar das Tuckern des anderen Schiffes.

Chris und Charlotte haben schon viel Zeit auf echten Schiffen verbracht. Ist die Übung tatsächlich wie in der richtigen Schifffahrt? Nicht ganz. Normalerweise kommt kurz vor dem Hafen ein Lotse an Bord. Lotsen kennen sich besonders gut in der jeweiligen Gegend aus. „Die Kommandobrücke ist kleiner als auf echten Schiffen“, sagt Charlotte.

Aber wie der Tanker auf Wind und Wasser reagiert, das fühlt sich schon sehr echt an.

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