Paulas Nachrichten

Eine Schneiderin für Leder: Die Sattlerin

21.10.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Magdalene Borchmann ist Sattlerin. Mit Pferden hat sie aber nur wenig zu tun. Sie stellt keine Sättel oder Zaumzeug her, sondern zum Beispiel Taschen, Gürtel und Halsbänder für Hunde – alles aus Leder.

Wenn man Magdalene Borchmanns Laden betritt, steigt einem ein kräftiger Geruch in die Nase: Es riecht nach Leder. „Ich bekomme das schon gar nicht mehr mit, so sehr bin ich daran gewöhnt“, sagt die 28-Jährige. Kein Wunder: Magdalene arbeitet fast jeden Tag mit Leder. Es stapelt sich in den Regalen und Magdalene schneidet Stücke zurecht, legt sie unter die Nähmaschine oder näht sie per Hand zusammen. Dabei entstehen Dinge wie Körbe, Handytaschen, Schlüsselbänder oder Babyschuhe. Magdalenes Beruf nennt sich Sattlerin. „Die meisten denken da an Pferde“, sagt sie. Ganz falsch ist das nicht: Denn nach altem Brauch stellen Sattler tatsächlich vor allem Sättel und Zaumzeug für Pferde her. Aber Magdalene ist eine moderne Sattlerin und hat eigentlich nichts mit Pferden zu tun. „Ich bin eine Schneiderin für Leder“, erklärt die junge Frau. Ihr Material ist zwar ein bisschen anders als die Stoffe, mit denen andere Schneider arbeiten. Aber auch in ihrer Werkstatt stehen Nähmaschinen. Und auf dem großen Arbeitstisch liegen neben allerhand Werkzeug 15 verschiedene Scheren: kleine, große und solche, mit denen man gut um Kurven schneiden kann. Genau wie normale Schneider denkt sich Magdalene zum Beispiel Schnittmuster aus und schneidet damit die verschiedenen Teile einer Handtasche aus. Manchmal kommen auch Designer, also Gestalter, mit Ideen für Handtaschen vorbei, aber oft repariert Magdalene auch alte Taschen oder Koffer. In ihrer Werkstatt warten zum Beispiel gerade eine altmodische Arzttasche und ein eckiger Koffer auf die Reparatur. An diesem Morgen kommt auch ein Junge mit einer Lederjacke in dem Laden in Düsseldorf vorbei. Der Reißverschluss ist kaputt. Außerdem möchte er gerne zwei Sticker auf die Jacke genäht haben. Oft sind es die Lieblingssachen der Leute, die auf Magdalenes Tisch landen. Und ab und zu gibt es auch echte Notfälle. „Manchmal muss ich über Nacht etwas reparieren – zum Beispiel ein Riemchen am Brautschuh“, berichtet Magdalene. Schließlich soll die Braut bei ihrer Hochzeit keinen kaputten Schuh tragen müssen.

Sattlerin Magdalene Borchmann in ihrer Werkstatt Foto: Katharina Heimeier

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