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Eine Arche für Kinder in Not: "Das ist mein zweites Zuhause"

03.04.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

HAMBURG (dpa). In manchen Gegenden der Stadt Hamburg sieht es ungemütlich aus: Schmutzig-gelbe und graue Hochhäuser stehen hier. Von den Mauern blättert der Putz. Ein Garten zum Spielen ist nicht zu sehen. Viele Kinder, die hier wohnen, haben ein merkwürdiges Problem: Sie haben zu viel Zeit. Sie haben keine Verabredungen, keine Hobbys und vor allem: Zu Hause wartet niemand auf sie. Ihre Eltern sind oft arm und haben viele Probleme. Manche haben nicht gelernt, sich um Kinder zu kümmern. Einigen fehlt auch einfach das Geld.

Einige Eltern sorgen etwa nicht dafür, dass die Kinder warm angezogen sind und Hausaufgaben machen. Sie spielen wenig mit ihnen, feiern die Geburtstage kaum und kochen selten Mittagessen. Wenn ich nach der Schule nach Hause komme, gibt mir meine Mutter etwas Geld, damit geh ich zum Kiosk, erzählt Achmed, der neun Jahre alt ist. Aber Naschkram zum Mittagessen? Auf Dauer ist das blöd, sagt Achmed. Er ist deshalb froh, dass es für ihn und andere Kinder Die Arche gibt. Das ist ein großes Haus für Kinder. Es liegt im Stadtteil Jenfeld etwas versteckt hinter einer Kirche.

Kurz nach Schulschluss strömt hier jeden Tag eine Horde Kids herein. Das ist mein zweites Zuhause, meine zweite Familie, sagt der 15-jährige Jeffrey. Ich komme immer zum Mittagessen hierher, und dann bleibe ich den ganzen Nachmittag, erzählt Yvonne, die sieben Jahre alt ist. Die Betreuer sind alle meine Freunde, sagt sie und kuschelt sich eng an Hughei, die hier arbeitet. Dann flitzt Yvonne in die Küche, um Nachschlag zu holen: Fleischklöße mit Kartoffeln und Erbsen. Zum Nachtisch gibt es Wackelpudding. In der Arche wird aber nicht nur Essen umsonst verteilt. Bei Bedarf gibt es auch Schulhefte oder Jacken. Wir wollen ganz praktisch helfen. Aber vor allem ist dies ein Ort, wo Kinder viel Aufmerksamkeit bekommen. Alle Kinder dürfen hierherkommen, nicht nur aus armen Familien, sagt Tobias Lucht, der Leiter der Arche.

Hier ist es eigentlich besser als zu Hause. Da langweile ich mich meistens, sagt die achtjährige Marie. In der Arche dagegen reicht ihre Zeit am Nachmittag oft gar nicht, um die vielen Angebote zu nutzen. Man kann basteln, spielen, malen oder toben. Es gibt Kino-Tage und Märchen-Stunden, Koch- und Tanzkurse. Ich bin im Fußball-Team, sagt Marie. Und Marisa erzählt: Ich hab einen türkischen Tanz geübt und aufgeführt.

Wir wollen den Kindern zeigen, was in ihnen steckt und welche Talente sie haben, sagt Tobias Lucht. Davon lassen sich auch manche Eltern anspornen. Die staunen dann, was ihre Kinder alles können.

(Achtung: Die Namen der Kinder wurden auf Wunsch geändert.)

Klettern, toben und vieles mehr: In der Arche reicht manchmal die Zeit gar nicht aus, um all das zu machen, was es gibt. Foto: Sebastian Widmann

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