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Einatmen und ausprobieren – Theater in der Schule

02.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Los geht’s“, ruft Julian Kalf. Er klatscht in die Hände und springt auf die Bühne. Dort wartet eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern. Sie sollen Übungen zur Lockerung machen. Aber nicht, um sich für den Sportunterricht aufzuwärmen.

Der 24-jährige Julian probt mit den Siebtklässlern und Achtklässlern ein Theaterstück. Die Jugendlichen gehen auf das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Hamburg. An dieser Schule sind Musik und Theater sehr wichtig.

Für viele Leute dort ist Schauspielern ein Schulfach. Außerdem gibt es Theater-Arbeitsgruppen. Julian ist Student und probt mit einer AG.

Erst machen die Leute in seiner Gruppe ihre Körper locker. Dann kommen die Stimmen dran. Es geht ums Atmen und um die Aussprache. Julian macht’s vor. Er sagt: „Decke den Tisch. Decke den Tisch. Decke den Tisch.“ Jedes Mal klingt der Satz anders. Die Schüler sollen es nachmachen: „Betont jeweils das erste, zweite und dritte Wort im Satz. Und werdet mit jedem Durchgang lauter“, fordert Julian. Im Chor wiederholen alle den Satz. Das klingt lustig. Kommt man sich dabei nicht blöd vor? „Nein, wir sind doch unter uns. Und das sind halt die normalen Aufwärmübungen“, sagt die Schülerin Harriet. Wird man so ein guter Schauspieler? „Schauspielen heißt nicht nur Texte lernen und Gesten üben“, sagt Julian. Es bedeutet: Man muss alle privaten Körperbewegungen weglassen.

Gemeint sind Gesten, die wir alle automatisch viele Male am Tag machen: Die Haare hinter die Ohren streifen. Die Arme in die Seiten stützen. Den Kopf schräg legen. „Diese persönlichen Bewegungen haben auf der Bühne nichts zu suchen“, erklärt Julian.

Andere Sachen dagegen muss man – wie auf Knopfdruck – spielen können. Dafür sollte man seinen Körper gut kennen. Also etwa wissen: Was muss ich anstellen, damit die anderen denken, das sieht traurig aus oder glücklich? „So etwas lernt man am besten, wenn man es einfach ausprobiert“, sagt Julian.

„Erste Szene, bitte“, ruft der Trainer. Paul und Jacob proben eine Streitszene, brüllen sich an. Paul spielt, als schlüge er zu. Das sieht ziemlich echt aus – und gar nicht nach schlapper Schulstunde.

Schauspielltrainer Julian Kalf steht vor der Bühne und übt mit den Schülern des Hamburger Albert-Schweitzer-Gymnasiums ein neues Stück ein. Foto: Kerstin Schmidtfrerick

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