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Ein zerstörtes Lager und viele verzweifelte Menschen

11.09.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Menschen im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos haben kein Dach mehr über dem Kopf und brauchen nun eine neue Unterkunft

Das Flüchtlingslager Moria in Griechenland war viel zu voll und dreckig. Nun ist es sogar abgebrannt und Tausende Menschen brauchen Hilfe.

Durch das Feuer wurde das Lager Moria auf der Insel Lesbos fast komplett zerstört.  Foto: Panagiotis Balaskas
Durch das Feuer wurde das Lager Moria auf der Insel Lesbos fast komplett zerstört. Foto: Panagiotis Balaskas

ATHEN (dpa). Ein Junge zieht einen Karton mit einem großen Plastiksack hinter sich her. Auch andere Menschen schleppten Sachen aus dem zerstörten Lager. Hier, auf der Insel Lesbos in Griechenland, lebten zuletzt Tausende Menschen im Flüchtlingslager Moria. Doch in der Nacht zu Mittwoch zerstörten Brände große Teile des Lagers.

Die griechische Regierung sagt: Das Feuer wurde absichtlich gelegt. Wer genau das gemacht hat, ist unklar. Manche vermuten:

Es waren Bewohner, die gegen die Zustände dort protestieren wollen. Denn die sind schlecht. Es gab viel zu wenig Platz und zu wenige Möglichkeiten, sich zu waschen.

Die Flüchtlinge kommen etwa aus Afghanistan oder Ländern in Afrika. Sie flüchten mit dem Boot über das Mittelmeer nach Europa. Das erste europäische Land, das sie erreichen, ist oft Griechenland mit seinen Inseln. Von dort sollen die Menschen auch auf andere Länder in Europa verteilt werden. Doch das klappt nicht gut und dauert sehr lange. „Manche Menschen bleiben deswegen Monate oder sogar Jahre im Lager“, sagt Ramona Lenz von der Hilfsorganisation „medico international“.

Allein die Enge sorgt schon für Stress. Vergangene Woche steckten sich Menschen im Lager auch noch mit dem Coronavirus an. Daraufhin sollten alle anderen das Lager nicht mehr verlassen. Das sorgte zusätzlich für Wut.

Ramona Lenz sagt: Die Geflüchteten hätte vorher versucht, sich und andere vor Ansteckung zu schützen und zum Beispiel Masken genäht. Doch in den überfüllten Lagern sei es kaum möglich. „Am Ende mussten sich die Menschen überlegen: Stelle ich mich ins Gedränge an der Essensausgabe oder esse ich nichts?“

Die Menschen aus Moria brauchen nun eine neue Unterkunft. Einige europäische Städte sagen schon länger: Wir könnten Menschen aufnehmen. Manche Politiker befürchten aber, dass nicht alle Länder mithelfen. Sie wollen eine gemeinsame Lösung aushandeln.

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