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Ein Straßenschild mit Schal – gestrickte Kunstwerke

02.05.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Pfosten in deiner Straße trägt plötzlich einen Schal? Dann waren wohl Stadt-Stricker am Werk. Das sind Leute, die gestrickte Kunstwerke in Städten anbringen. Wir waren mit einer Stadt-Strickerin auf Tour.

Hermine steht vor einem Straßenschild in München und schaut sich um. Viele Menschen tummeln sich in der Gegend, Autos fahren vorbei. Hermine packt einen langen, grünen Strick-Schal aus, wickelt ein Ende um den hohen Pfosten und näht es fest. „Am liebsten bestricken wir Dinge, die schnell gesehen werden“, sagt Hermine. Was die 23-Jährige macht, nennt sich „Urban Knitting“. Das ist Englisch und heißt so viel wie Stadt-Stricken. Hermine strickt alles Mögliche in der Stadt voll: Straßenschilder, Pfosten, Brückengeländer, Statuen, Brunnen, Stromkästen.

Dieses Straßenschild wird zu einer grünen Strick-Blume mit Strick-Blättern. Zusammen mit ihrer Freundin hat Hermine schon einige Straßenschilder in flauschige Kunstwerke verwandelt. Die beiden haben Statuen Mützen aufgesetzt oder Fenstern der U-Bahn Gardinen angehängt. „Am Anfang haben wir uns noch nachts um vier getroffen, um unsere Strickereien anzubringen“, erzählt Hermine. Mittlerweile bringen sie ihre Sachen an, wenn sie jeder sehen kann. Die Stadt-Strickerin heißt jedoch nicht wirklich Hermine. Der Name ist ausgedacht, weil sie ihren richtigen Namen nicht nennen will.

Während der Pfosten mehr und mehr im Strick verschwindet, bleiben immer wieder Leute stehen und gucken. „Sieht klasse aus“, ruft eine Frau, „endlich bin ich mal Zeuge!“ Hermine grinst. „Die meisten Leute finden das lustig“, erzählt sie. „Mit den Strickereien machen wir schließlich nichts kaputt, sondern nur die Stadt ein wenig bunter.“ Hermine zieht noch einen Faden durch den Schal, verknotet ihn – und fertig. Nun ist der komplette Pfosten in grüne Wolle gehüllt. Gerade mal zehn Minuten hat sie dafür gebraucht. Sie holt ihre Kamera heraus und knipst ein Foto. „Das stell ich auf unsere Internetseite“, sagt die junge Frau. Manche Strick-Graffitis hängen zwar viele Monate. Aber oft bleiben schon nach kurzer Zeit nur noch die Fotos übrig. Die Stadtreinigung nimmt das Gestrickte ab. Oder Menschen, die daran vorbeikommen, nehmen es mit nach Hause. Hermine ärgert sich darüber nicht. „Das gehört dazu“, sagt sie, „wir machen ja auch ungefragt etwas hin, also können es andere ungefragt wieder wegnehmen.“ Es lohnt sich trotzdem, findet sie: „Straßen-Strick macht einfach Spaß.“

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