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Ein Mann erfindet Wunderpferde und Tiger

09.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mitten in der Gegend steht ein Wunderpferd. Es ist unbesiegbar stark. Außerdem lebt in einer fernen Welt eine Tigerin, die gegen Menschen kämpft. Solche Figuren denkt sich ein Künstler aus China aus. Er malt sie. Später können wir die Geschichten als Bücher kaufen.

Dieser Autor heißt Chen Jianghong. Er wurde 1963 in der chinesischen Stadt Tianjin geboren. Seine Bücher „Tigerprinz“ und „Han Gan und das Wunderpferd“ haben bei uns in Deutschland Preise bekommen. Aber ansonsten stehen in den Buchhandlungen hier kaum Kinderbücher von Leuten aus China. Lesen Kinder dort denn ähnliche Sachen? Darüber sprach dpa-Nachrichten für Kinder mit Chen Jianghong.

Erinnern Sie sich, welche Bücher sie als Kind gelesen haben?

Als ich klein war, gab es in China keine Kinderbücher. Wir haben mit Texten für die politische Erziehung - also mit Propaganda-Schriften - lesen gelernt. Ich schreibe heute die Kinderbücher, die mir selbst als Kind gefehlt haben.

Hat Ihnen früher denn niemand vor dem Zubettgehen vorgelesen?

Nein, auch so etwas wie moderne Gute-Nacht-Geschichten gab es in meiner Kindheit nicht. Aber meine Oma hat mir immer alte Legenden und Märchen erzählt.

Ist das heute noch so? Oder hat sich das alles verändert?

Seit fünf oder sechs Jahren gibt es die ersten Kinderbücher von chinesischen Autoren. Außerdem werden ganz viele Bücher aus anderen Sprachen übersetzt und in China veröffentlicht. Das heißt aber noch lange nicht, dass alle Kinder in China nun Kinderbücher lesen: Ein ganz hoher Anteil der Bevölkerung - vor allem auf dem Lande - ist sehr arm und kann gar nicht lesen.

Kennen Sie deutsche Kinderbücher?

Ich kenne nur die Bücher von deutschen Kinderbuch-Autoren, die übersetzt wurden. Dazu gehören natürlich Grimms Märchen. Und die liebe ich!

Cover des Buches Han Gan und das Wunderpferd von Chen Jianghong, erschienen im Moritz Verlag.

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