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Ein Leben im und für den Zoo

21.10.2021 05:30, Von Interview: Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Den Namen Hagenbeck kennen viele Zoo-Fans. Carl Hagenbeck begann vor rund 200 Jahren, Tiere aus aller Welt zu zeigen. Sein Urenkel Carl Claus Hagenbeck prägte den Zoo, wie er heute ist. Nun wird der frühere Zoodirektor 80 Jahre alt.

Im Tierpark Hagenbeck leben unter anderem die Elefanten Santosh und Mogli.  Foto: Marcus Brandt/dpa
Im Tierpark Hagenbeck leben unter anderem die Elefanten Santosh und Mogli. Foto: Marcus Brandt/dpa

Keine andere Familie hat Zoologische Gärten in Deutschland so geprägt wie die Hagenbecks. Die Familie leitet seit vielen Generationen den Tierpark Hagenbeck in der Stadt Hamburg. Auch Carl Claus Hagenbeck hat ihn als Zoodirektor mitgestaltet. Zu dessen 80. Geburtstag hat dpa-Nachrichten für Kinder mit ihm über sein Leben im Zoo gesprochen.

Was ist Ihre Kindheitserinnerung an den Tierpark?

Ich bin im Tierpark aufgewachsen. An den Kontakt mit wilden Tieren erinnere ich mich allerdings erst, als ich etwa 12, 13 Jahre alt war. Da habe ich bei den Tiertransporten mitgeholfen.

So früh schon hat Ihre Arbeit mit Tieren begonnen?

Ja, ich habe mein Taschengeld mit der Arbeit im Tierpark bekommen: Tiere pflegen, Scheiben putzen, Ställe sauber machen, Futter schneiden, Transporte fahren. Nach dem Studium habe ich dann als Tierarzt gearbeitet. Nach dem Tod meines Vaters habe ich den Tierpark übernommen und ihn 35 Jahre geleitet.

Schon ihr Ur-Opa hat Tiere gehandelt und ausgestellt. Wie war das damals?

Mein Ur-Opa schuf Freianlagen und trennte Tiere mit Gräben von den Besuchern. Das war damals sehr mutig, etwa Löwen hinter einem Graben zu halten. Und zu glauben, dass der niemals drüberspringt. Doch es hat funktioniert und die Idee setzte sich weltweit durch.

Was tun Sie dafür, damit es Ihren Tieren auch gut geht?

Wir schaffen Platz. Opas Elefanten-Anlage oder das Bison-Gehege waren im Vergleich zu anderen Zoos schon immer riesig. Aber man kann die Dinge immer besser machen. Ich habe aus kleineren Gehegen für Leoparden ein viermal so großes Gelände gemacht. Auch die Wasserbecken für die Robben haben wir abgerissen. Die waren damals nur zwei Meter tief, jetzt sind es acht Meter.

Manche Leute finden Zoos nicht gut, weil Tiere ein- gesperrt sind. Was sagen Sie dazu?

Die Leute sagen, dass Tiere in Zoos aus ihrer natürlichen Umgebung gerissen werden. Allerdings ist das schon lange nicht mehr der Fall. Alle Zootiere sind in Zoos gezüchtet und in Zoos aufgewachsen. Sie kennen die Wildnis nicht. Ich glaube, dass sich die Tiere in ihren Gehegen eher sicher als eingesperrt fühlen.

Wie wird der Tierpark Hagenbeck in Zukunft aussehen?

Wir bauen gerade ein neues Giraffenhaus, weil das alte schon über 100 Jahre alt und zu klein ist. Wir wollen auch gern ein großes Südamerika-Haus bauen, aber das ist noch ein Traum. Sicher ist aber: Zoos muss es weiterhin geben. Nirgends sonst können wir so einfach lebende Giraffen oder Löwen sehen. Schließlich kann sich nicht jeder eine Safari in Afrika leisten. Wenn wir wissen wollen, wie ein Tier aussieht, riecht, wie es sich bewegt, dann müssen wir in einen Zoo gehen.

Denn nur, was man kennt und liebt, kann man auch schützen.

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