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Ein Kuss aus Schaum und Schokolade

18.08.2020 05:30, Von Corinna Schwanhold — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jeder hat ihn schon mal gegessen, lies unten wie er gemacht wird

Schokoküsse sind weich und knackig zugleich. Für die Herstellung der Süßigkeiten braucht man viele Maschinen und ein spezielles Pulver. Komm mit in eine Fabrik, wo Schokoküsse gemacht werden.

Die Dickmann’s-Produktionsstraße (Schoko Strolche) im Storck-Werk in Halle. So viele kleine Schokoküsse! Jetzt fehlt noch das Schokobad.  Foto: Corinna Schwanhold
Die Dickmann’s-Produktionsstraße (Schoko Strolche) im Storck-Werk in Halle. So viele kleine Schokoküsse! Jetzt fehlt noch das Schokobad. Foto: Corinna Schwanhold

Knack! Wenn du in einen Schokokuss beißt, hörst du erst das Knacken der Schokoladenhülle. Drinnen steckt süßer Schaum, der auf einer Waffel angerichtet ist. Er ist meist weich und sehr fluffig. Doch wie werden die Schokoküsse hergestellt? Das lässt sich in einer Süßigkeiten-Fabrik herausfinden.

In der Fabrik laufen viele Leute herum. Sie tragen Netze über ihrem Haar und weiße Kittel. Diese Schutzkleidung sorgt dafür, dass nicht versehentlich ein Haar in die Schokolade fällt.

„Wenn wir Lebensmittel herstellen, muss alles hygienisch sein“, sagt Jens Hirschmann. Er und sein Kollege Heinrich Meyer sind für die Produktion zuständig und erklären, wie alles funktioniert.

Dafür gehen die beiden Experten erst einmal eine Treppe hinauf in den ersten Stock. Dort sieht man aber weder Schokolade noch Schaum. Stattdessen stehen silberfarbene Kessel herum. Darin landen vor allem zwei Zutaten: Zuckersirup und Eiweiß.

Für das Eiweiß werden keine Eier aufgeschlagen

Um genügend Eiweiß für die Schokokuss-Produktion zu bekommen, müssen die Mitarbeiter keine Eier aufschlagen. So würde man es beim Backen zu Hause machen, aber das würde in der Fabrik viel zu lange dauern. Stattdessen holen die Mitarbeiter einen blauen Sack. Darin steckt Eiweißpulver. „Das ist getrocknetes Eiweiß, das zu Pulver gemacht wurde. Wir bekommen es von einer anderen Firma“, sagt Heinrich Meyer. Das Eiweißpulver wird im Kessel so lange mit dem Zuckersirup verrührt, bis ein fester Schaum entsteht. Dann fließt der Schaum durch Rohre ein Stockwerk tiefer. Dorthin gehen nun auch die beiden Fachleute. Sie stehen vor einem langen Fließband. Dort setzt eine Maschine runde Waffeln in gleichmäßigen Abständen auf das Fließband. Die Waffeln werden automatisch weitertransportiert. Dann geht es ganz schnell: Die Maschine senkt silberfarbene Tüllen über den Waffeln ab. Daraus kommt der feste Schaum. Auf jeder Waffel landet gleich viel weiße Masse. Als Nächstes fährt ein kleiner Draht über die Spitze des Schaums. Er sorgt dafür, dass der Schokokuss oben glatt ist.

In der dritten Maschine kommt die Schokolade über die Schaumküsse

Die Waffeln mit dem Schaum landen dann in einer dritten Maschine: dem Schokobad. Dort läuft zweimal flüssige Schokolade über die Schaumküsse. Sie ist nicht nur lecker, sondern sorgt auch dafür, dass der Schaum stabil bleibt und nur wenig Feuchtigkeit verliert. So bleiben die Schokoküsse mehrere Monate lang haltbar. Am besten schmecken sie aber frisch, meinen die Experten. Sie nehmen sich jeweils einen Schokokuss vom Band und beißen hinein.

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