Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Ein kleiner Funke genügt schon

28.04.2020 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Durch die lange Zeit ohne Regen sind die Wälder sehr trocken

In manchen Gegenden von Deutschland haben die Wälder in den vergangenen Tagen gebrannt. Fachleute sagen: Das könnte noch häufiger passieren in diesem Jahr. Die Feuerwehren bereiten sich deshalb auf schwere Einsätze vor.

Vor einigen Tagen hat es in diesem Wald im Bundesland Nordrhein-Westfalen gebrannt. Noch lange war die Feuerwehr vor Ort, um Glutnester zu löschen. Foto: Markus Klümper/dpa
Vor einigen Tagen hat es in diesem Wald im Bundesland Nordrhein-Westfalen gebrannt. Noch lange war die Feuerwehr vor Ort, um Glutnester zu löschen. Foto: Markus Klümper/dpa

Flammen steigen auf, Rauch ist zu sehen: Solche Bilder gab es in den letzten Tagen öfter. Denn in mehreren Gegenden von Deutschland kämpfte die Feuerwehr gegen Waldbrände. Solche Einsätze stellen die Rettungskräfte vor riesige Herausforderungen.

Ein Waldbrand passiert unheimlich schnell. „Jedes Feuer braucht einen Brennstoff und Sauerstoff“, sagt der Waldbrand-Fachmann Ulrich Cimolino. Trockene Pflanzenreste, Samen, Gräser, Laub, Nadeln und kleine Zweige brennen besonders gut. „Davon gibt es draußen in der Natur reichlich. Vor allem, wenn es lange nicht geregnet hat.“

Ein Blitz kann die Ursache sein – oder unvorsichtige Menschen

In den vergangenen Wochen hat es hierzulande schon wieder viel zu wenig geregnet. Die Böden sind trocken, die Pflanzen bekommen kein Wasser. Weil es auch in den vergangenen zwei Jahren zu trocken war, sind viele Wälder geschädigt. „Dort genügt schon ein kleiner Funke, der das trockene Holz entzünden kann“, erklärt der Fachmann weiter. Ein Waldbrand kann zum Beispiel durch einen Blitzeinschlag entfacht werden. Meistens sind aber Menschen dafür verantwortlich. Etwa, wenn jemand im Wald raucht oder ein Feuer legt. Ein Brand kann auch von heißgelaufenen Maschinen oder nach längerer Fahrt geparkten Autos ausgehen. „Kommt dann noch Wind ins Spiel, breitet sich ein Feuer sofort aus“, sagt Ulrich Cimolino.

Das muss die Feuerwehr dann schnellstmöglich verhindern. Schließlich sind unsere Wälder wichtig. Die Blätter und Nadeln der Bäume erzeugen den Sauerstoff, den wir atmen. Die Wurzeln halten an Hügeln den Boden fest, so dass er nicht abrutscht. Und das Holz der Bäume wird als Brennstoff für Öfen oder als Baumaterial gebraucht. Doch es ist nicht leicht einen Waldbrand zu löschen. Die brennenden Flächen sind sehr groß. Die Feuerwehrleute kommen über die schmalen Waldwege oft nicht mit ihren Löschwagen an die Flammen heran. Es ist auch nicht überall ein Fluss oder ein Teich in der Nähe, um dort das Wasser zum Löschen zu benutzen.

Ein Wald ist schwieriger zu löschen als ein Haus

„Ein Waldbrand ist daher meist ein Riesenaufwand“, sagt Ulrich Cimolino. „Man braucht mehr Feuerwehrleute, mehr Ausrüstung und viel mehr Zeit“. Während ein Brand in einem Haus nach wenigen Stunden gelöscht ist, haben die Rettungskräfte mit einem Waldbrand oft Tage und Wochen zu tun. Darum will man möglichst dafür sorgen, dass es gar nicht erst zu einem großen Feuer kommt.

Paulas Nachrichten