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Ein Jumbo vor der Linse

22.12.2020 05:30, Von Claudia Irle-Utsch — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Flugzeuge beim Starten und Landen beobachten und fotografieren ist ein Hobby

Spotter nennt man Menschen, die zum Beispiel Flugzeuge beobachten und fotografieren. Zu fast jedem ihrer Bilder können sie eine Geschichte erzählen. Am Frankfurter Flughafen haben „dpa-Nachrichten für Kinder“ einige beobachtet.

„Da startet eins! Hui!!!“ Lena jubelt über jedes Flugzeug, das sie beim Starten beobachten kann. Die Sechsjährige verfolgt an der Seite ihres Vaters am Frankfurter Flughafen die Jets auf dem Weg in den winterblauen Himmel. Der Flughafen liegt im Bundesland Hessen. Hinter Lena braust der Verkehr auf der Autobahn 5 von Nord nach Süd und umgekehrt. Vor sich sieht sie das weite Feld des Flughafens. Irgendetwas bewegt sich hier immer.

Manchmal stehen viele Spotter und warten auf Flugzeuge

Frankfurt/Main: Mit seiner Kamera und dem großen Objektiv verfolgt Ralf Braun die landenden Jets.  Foto: Michael Utsch/dpa
Frankfurt/Main: Mit seiner Kamera und dem großen Objektiv verfolgt Ralf Braun die landenden Jets. Foto: Michael Utsch/dpa

Die Aussichtsplattform Zeppelinheim ist ein guter Platz fürs „Planespotting“ (ausgesprochen Pläinspotting). So nennt man das Beobachten und Fotografieren von Flugzeugen. Die Spotter stehen hier an manchen Tagen dicht an dicht. Meist sind es Männer. Mit ihrer Kamera fangen sie die großen „Vögel“ ein.

Die Ausrüstung besteht aus Uhr, Fernglas, Fotoapparat, Notizbuch

Ralf Braun ist gleich als Spotter zu erkennen. Ein Fernglas, zwei Fotoapparate, Notizbücher und der Blick auf die Uhr zeigen, dass er wartet: auf den richtigen Moment, auf die ganz besondere Maschine.

Das ist heute ein Jumbo einer chinesischen Fluggesellschaft. Dieser Flieger befördert Luftfracht, also Waren. Für 15.15 Uhr ist er im Flugplan angekündigt. Spotter informieren sich über Ankünfte und Abflüge der Flugzeuge häufig schon vorab. Sie finden die Uhrzeiten zum Beispiel auf den Webseiten der Flughäfen, aber auch über besondere Apps.

Viele Geschichten zu den verschiedenen Flugzeugen

Julian Mittnacht gibt auf seiner Webseite Tipps zu den besten Spotter-Plätzen. Er sagt: „Wir wollen dem Spotter helfen, schnellstmöglich an sein Ziel zu gelangen, nämlich Flugzeuge vor die Kameralinse zu bekommen.“ Julian hat viele Flughäfen in aller Welt bereist. Er ist einer der vielen Fotografen, die auf ihren Internetseiten ihre Fotos mit anderen Flugzeugfans teilen.

Spotter können zu fast jedem Bild in ihrer Sammlung Geschichten erzählen. Dazu gehört auch Ralf Braun.

Besonders spannend findet er es, die Geschichte der Flugzeuge zu verfolgen. Er erklärt: „Jeder Flieger hat ein Kennzeichen und eine Baunummer. Daran kann man die einzelne Maschine erkennen, auch wenn sie nach einem Verkauf eine andere Bemalung bekommt.“

Mit einem Bleistift notiert Ralf in seinem Notizbuch die Abkürzung für die Fluggesellschaft, den Flugzeugtyp und das Kennzeichen.

Im Internet sucht er dann nach weiteren Infos.

In Frankfurt schwebt der chinesische Jumbo pünktlich ein. Ralf Braun und die anderen Spotter zücken ihre Kameras und verfolgen das Flugzeug mit ihren großen Objektiven. Erst als die Maschine den Boden berührt, verstummt das „Klick, klick, klick . . .“.

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