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Ein Haustier als Weihnachtsgeschenk?

09.12.2020 05:30, Von Sarah Maria Ziewitz — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Tiere sind keine Gegenstände, sondern Lebewesen, und sie können teilweise sehr alt werden

Haustiere stehen bei vielen weit oben auf der Wunschliste. Ein Hundewelpe mit einer roten Schleife unter dem Weihnachtsbaum mag eine schöne Vorstellung sein. Aber was sagt eine Tierschützerin dazu?

Ein flauschiges Kaninchen oder einen Hundewelpen wünschen sich manche Kinder zu Weihnachten. Doch davon sind nicht alle so begeistert. „Ich halte nichts davon, ein Tier zu verschenken! Tiere sind Lebewesen und keine Gegenstände“, sagt Vanessa Homann. Sie leitet einen Tierschutzverein im Bundesland Sachsen-Anhalt.

Die Entscheidung für ein Haustier sollte gut überlegt sein

Die beiden Löwenkopf-Zwergkaninchen freuen sich über viel Auslauf und ein leckeres Kohlblatt.  Foto: Sarah Maria Ziewitz/dpa
Die beiden Löwenkopf-Zwergkaninchen freuen sich über viel Auslauf und ein leckeres Kohlblatt. Foto: Sarah Maria Ziewitz/dpa

„Vor allem in der Weihnachtszeit herrscht in vielen Familien Trubel. Deshalb ist diese Zeit allgemein sehr ungünstig für die Eingewöhnung eines Tieres“, erklärt die Tierschützerin. Deshalb werden rund um Weihnachten in vielen Zoogeschäften und Tierheimen keine Tiere verkauft oder vermittelt.

Vor der Anschaffung eines Haustieres muss einiges bedacht werden. Die meisten Tiere können über zehn Jahre alt werden, Katzen sogar bis zu 20 Jahre. Das ist eine sehr lange Zeit, in der man sich um die Tiere kümmern muss. Außerdem hat jedes Tier unterschiedliche Bedürfnisse.

Ein Hund braucht Zuwendung und Kaninchen Artgenossen

„Hunde brauchen viel Auslauf und Aufmerksamkeit. Sie können nicht so gut alleine sein und sollten als richtiges Familienmitglied verstanden werden“, erklärt die Tierschützerin.

Kaninchen zum Beispiel brauchen sehr viel Platz zum Toben. Häufig werden sie in viel zu kleinen Käfigen gehalten. „Außerdem dürfen Kaninchen auf gar keinen Fall alleine gehalten werden. Sie brauchen immer mindestens einen Artgenossen, am besten mehrere“, sagt Vanessa Homann. Wer die Nager in der Wohnung halten möchte, stellt ihnen am besten ein ganzes Zimmer zur Verfügung. Oder er lässt sie frei in der Wohnung laufen.

Wie bei allen Haustieren ist auch bei Kaninchen das richtige Futter wichtig. Die Tierschützerin erklärt: Gekauftes Trockenfutter ist für die Nager schädlich. Davon bekommen sie Bauchschmerzen und Zahnprobleme. Auch Obst und Möhren sollten nur in kleinen Mengen gefüttert werden, denn sie enthalten Zucker. Das ideale Kaninchenfutter sind frisches Grünzeug und Heu. Davon darf es ruhig etwas mehr sein. Denn anders als wir Menschen essen Kaninchen keine großen Mahlzeiten, sondern immer wieder kleine Mengen.

Hab Geduld und lass den Tieren Zeit, dich kennenzulernen

Vanessa Homann hat noch einen guten Ratschlag: Wenn du deine Kaninchen glücklich machen möchtest, dann zwing sie zu nichts. Die kleinen Fellknäuel sehen zwar kuschlig aus, sind aber keine Kuscheltiere. Hab Geduld und warte, bis sie zu dir kommen und gestreichelt werden möchten. Dann werdet ihr beste Freunde.

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