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„Ein ganz normales Mädchen“

08.05.2021 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sophie Scholl leistete Widerstand gegen die Nazis – Morgen wäre ihr 100. Geburtstag

Am 9. Mai würde Sophie Scholl 100 Jahre alt. Sie ist bekannt als Kämpferin gegen den Nationalsozialismus und gegen den Krieg. Diesen Kampf bezahlte sie mit ihrem Leben. Doch ihr Mut ist noch immer Vorbild für andere.

Heute gibt es viele Bücher, Filme und auch Ausstellungen zu Sophie Scholl und der „Weißen Rose“. Sogar eine Wachsfigur gibt es.  Foto: picture alliance/dpa
Heute gibt es viele Bücher, Filme und auch Ausstellungen zu Sophie Scholl und der „Weißen Rose“. Sogar eine Wachsfigur gibt es. Foto: picture alliance/dpa

BERLIN. Eine junge Frau mit ernstem, fragendem Blick. Die dunklen Haare ordentlich gescheitelt. Das ist wohl die bekannteste Fotografie von Sophie Scholl. Entstanden ist sie vor rund 80 Jahren.

Damals hatten in Deutschland die Nationalsozialisten (abgekürzt: Nazis) um Adolf Hitler das Sagen. Mit ihrer Politik hatten die Nazis nicht nur den Zweiten Weltkrieg angezettelt. Es wurden auch Millionen von Menschen verfolgt und ermordet, unter anderem wegen ihres Glaubens.

Zusammen mit einigen anderen Studenten engagierte sich Sophie Scholl in der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Die jungen Leute schrieben beispielsweise Nachrichten auf Hauswände. Mit schwarzer Farbe malten sie etwa das Wort „Freiheit“.

Sie verschickten Briefe und verteilten heimlich Flugblätter – unter anderem an der Universität in der Stadt München. Dort studierten Sophie Scholl und die anderen.

Gemeinsam versuchten sie, etwas gegen den Nationalsozialismus zu unternehmen. Sie wollten die Verbrechen beenden und sie wollten unbedingt, dass der Krieg aufhört. Für die deutschen Truppen lief es damals immer schlechter. Eine Schlacht in Russland war in einer fürchterlichen Katastrophe geendet, sehr viele Soldaten hatten ihr Leben verloren. „Mit ihren Aktionen wollte die Weiße Rose die Menschen wachrütteln und zum öffentlichen Protest aufrufen“, erklärt der Geschichts-Fachmann Johannes Tuchel.

Widerstand zu leisten war im Nationalsozialismus aber eine extrem gefährliche Sache. Denn wer erwischt wurde, musste mit schlimmen Strafen rechnen. Genau das ist Sophie Scholl passiert. Bei einer Aktion wurde sie entdeckt, verhaftet und später getötet. Auch anderen aus der Gruppe erging es so. Sophie Scholl wurde nur 21 Jahre alt.

Traurig daran ist auch: Die Arbeit der „Weißen Rose“ blieb damals ohne Erfolg. Es gab keinen Aufstand, keinen Protest. Trotzdem ist Sophie Scholl heute berühmt. Fast jeder kennt ihren Namen. Es gab nur wenige, die sich trauten, Widerstand zu leisten. Deshalb sehen viele in Sophie Scholl heute eine Art Superheldin. Es gibt Filme über ihr Leben, Bücher, Statuen und Briefmarken. „In Sophie Scholl wurde wahnsinnig viel hineininterpretiert. Jeder meint, bestimmte Dinge in ihr erkennen zu können“, sagt Johannes Tuchel.

Fritz Hartnagel, Sophies Verlobter, sah das in ihr: ein „ganz normales Mädchen, mit Schwächen und Ängsten“.

Die Gruppe hatte mehrere Mitglieder

Sophie Scholl ist wohl das bekannteste Mitglied der „Weißen Rose“. Das hat auch damit zu tun, dass sie die einzige Frau der Gruppe war. Aber die „Weiße Rose“ hatte noch mehr Mitglieder. Zum Beispiel Alexander Schmorell, Willi Graf und Sophies Bruder Hans Scholl.

Widerstand gegen den Nationalsozialismus war sehr gefährlich. Trotzdem wagten immer wieder Menschen, sich gegen die Nazis aufzulehnen. Es gelang ihnen allerdings nicht, die Herrschaft zu beenden. Auch junge Menschen waren im Widerstand dabei. Neben der „Weißen Rose“ gab es zum Beispiel auch die Gruppen „Edelweißpiraten“ mit Jugendlichen aus Nordrhein-Westfalen.

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