Paulas Nachrichten

Ein Detektiv bei der Arbeit

25.10.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kalle Winkler hat einen spannenden Job. Er beobachtet Verdächtige mit dem Fernglas, verfolgt sie mit seinem Auto und knipst Bilder. Denn Kalle Winkler ist ein richtiger Detektiv.

Vier Uhr morgens: Der Wecker klingelt. Kalle Winkler steht auf, schlüpft in seine schwarze Hose, zieht eine dunkle Jacke und die schwarze Mütze an. „So erkennt man mich nicht so leicht im Dunklen“, erzählt der Mann. Er ist Detektiv. Heute Morgen soll er jemanden beobachten, der schon seit Monaten bei der Arbeit krankgemeldet ist. Die Firma glaubt aber, dass er nur schwänzt. Der Detektiv soll nun herausfinden, was da los ist. Er setzt sich ins Auto und wartet vor dem Haus des Verdächtigen. Sobald er herauskommt, verfolgt er ihn unauffällig und schaut, was er tut. Unerkannt zu bleiben ist in seinem Beruf ganz wichtig. Deshalb ist Kalle Winkler auch nicht sein echter Name. Den kann er nicht verraten. „Ich fand schon als Kind Detektivgeschichten wie ,Die drei ???‘ toll“, sagt Kalle Winkler.

Vor acht Jahren gründete der Berliner schließlich seine eigene Detektei. Er bekommt jetzt Aufträge von Menschen, die wollen, dass er zum Beispiel nachts etwas überwacht oder jemanden beschattet. Einmal sollte der Detektiv auch ein zwölf Jahre altes Mädchen beobachten. Ihr Vater glaubte, dass sie die Schule schwänzt. „Das hat sie auch“, sagt Kalle Winkler. Er hat sie statt in der Schule beim Shoppen im Einkaufszentrum entdeckt. Das gab wohl mächtig Ärger zu Hause. Bei seinen Beobachtungen arbeitet der Detektiv meistens mit einem Partner zusammen. „Das ist sicherer“, erklärt er. Falls sie zum Beispiel einen Dieb entlarven und der weglaufen will. Außerdem macht es zu zweit mehr Spaß. Denn die meiste Zeit muss der Berliner einfach nur warten: an einer Straßenecke, vor einem Park, im Auto. Manchmal sitzt er zehn Stunden lang im Auto, guckt auf ein Haus und wartet, bis etwas passiert. „Trotzdem ist der Beruf super spannend“, sagt Kalle Winkler. Er hilft der Polizei bei der Verbrecherjagd. Besonders freut er sich aber, wenn der Verdacht nicht stimmt: Einmal sollte er eine Frau beobachten. Ihr Ehemann glaubte, sie habe einen Liebhaber. Doch in Wirklichkeit hat sie heimlich gearbeitet – sie wollte Geld verdienen, damit die beiden zusammen in den Urlaub fahren können. „Das war toll“, sagt der Detektiv.

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