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Edle Rösser auf Reisen

30.04.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein Star ist meist viel auf Reisen. Das gilt auch für Pferde – zumindest für die berühmtesten Pferde der Welt: die Lipizzaner.

Sie werden regelmäßig zu Auftritten gefahren, damit möglichst viele Menschen die besonderen Tiere bestaunen können. Im Mai zum Beispiel sind 30 der Rösser in Berlin und danach in Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen zu Gast. Weltweit gibt es nur 3500 der wunderschönen Tiere. Fünf Spezial-Transporter werden dann durch Deutschland brummen – mit Video-Überwachung, einer besonderen Federung und einem weichen Belag auf dem Boden, der die Gelenke der Pferde schont. Mit dabei sind edle Sättel aus Hirschleder, die Uniformen für die Reiter, tonnenweise Heu und ein Spezialfutter – Pferdemüsli genannt. Zu Hause sind die Pferde vor allem in Österreich. Hunderttausende Fans fahren jedes Jahr zur Spanischen Hofreitschule in Wien, wo die edlen Vierbeiner zeigen, was sie gelernt haben. Wien ist die Hauptstadt Österreichs. Wenn ein Lipizzaner sein Können zeigt, sieht es manchmal fast so aus, als würde er tanzen. Bis ein Hengst all die Schrittfolgen drauf hat, wird mehrere Jahre lang mit ihm trainiert. Höhepunkt der Vorführungen in Wien ist die sogenannte Quadrille. Dabei „tanzen“ zu klassischer Musik zweimal vier Hengste eine schwierige Schrittfolge. Beeindruckend sieht es auch aus, wenn die Lipizzaner mit allen Vieren in die Luft springen und sich strecken. Die Spanische Hofreitschule gibt es schon seit mehr als 400 Jahren. Die derzeit 72 Hengste in den Ställen dort stammen von einem Gestüt in Piper, einem Ort südwestlich von Wien. Dort traben sie bis zu ihrem vierten Lebensjahr sorglos über die Wiesen. Erst dann beginnt die Ausbildung. Auch reiten darf in der Hofreitschule nicht jeder: Die Ausbildung der sogenannten Bereiter dauert fast zehn Jahre!

Ein Reiter springt mit einem Lipizzaner-Schimmel aus der Spanischen Hofreitschule über den Schlossplatz vor dem Schloss Schönbrunn in Wien. Foto: Roland Schlager

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