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Durch ein Tor in die Vergangenheit eintauchen

25.05.2020 05:30, Von Jennifer Heck — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die wechselhafte Geschichte eines 1850 Jahre alten Stadttores

Früher war die Porta Nigra nur ein Ausgang von vielen im Römischen Reich. Heute steht das Stadttor in der Stadtmitte von Trier und wird von Besuchern bestaunt. Dabei wurde das Tor niemals ganz fertig!

Die Spuren der Arbeiter sieht man heute noch. Und das, obwohl das Stadttor Porta Nigra schon vor 1850 Jahren in der Stadt Trier gebaut wurde. Die Spuren stammen vom Werkzeug der Steinmetze. Etwa 7500 Steinblöcke schlugen sie aus einem Berg, um damit das Tor zu errichten. Jeder einzelne Stein musste mühsam herangeschleppt werden. Dann türmten die Bautrupps die Steine aufeinander. Ein Stein wog bis zu sechs Tonnen, also etwa so viel wie ein Elefant.

Die Porta Nigra in Trier aus Sicht der ehemaligen römischen Stadt. Hier sieht man gut, warum das Bauwerk „schwarzes Tor“ genannt wird. Foto: Jennifer Heck/dpa
Die Porta Nigra in Trier aus Sicht der ehemaligen römischen Stadt. Hier sieht man gut, warum das Bauwerk „schwarzes Tor“ genannt wird. Foto: Jennifer Heck/dpa

Die Porta Nigra stand damals im Römischen Reich. Dieses riesige Herrschaftsgebiet der Römer reichte bis ins heutige Deutschland, also eben auch bis zur Stadt Trier.

Die Römer waren kluge Baumeister. Sie verbanden die Steine durch schwere Eisenklammern und brachten das Ganze dadurch zum Halten.

Steine der Wände wurden geklaut

Für sein Alter ist das römische Bauwerk deshalb besonders gut in Schuss. Dass die Wände zum Teil löchrig wie Käse aussehen, hat einen anderen Grund: Schon im Mittelalter suchten Metallräuber nach den Klammern, um diese für andere Bauten zu nutzen. „Es steckt eine große Menge an Material da drin“, sagt Karl-Uwe Mahler. Er ist Archäologe und kümmert sich um den Erhalt der Porta Nigra.

Die Römer wollten mit dem Bauwerk beeindrucken

Eigentlich sollte das Stadttor besonders mächtig aussehen, um gegenüber Feinden damit anzugeben. Das Tor wurde allerdings nie fertig, weil die Römer wegen der vielen Eroberungen anderer Gebiete zu viel zu tun hatten. „Am wichtigsten war, dass das Tor funktionierte“, sagt Herr Mahler. Das haben die Bautrupps geschafft. Im Torbogen sieht man, wo die Römer zum Schutz der Stadt ihre Fallgitter herablassen konnten. So riegelten sie die Stadt ab.

Früher hieß sie Porta Martis

Als die Porta Nigra gebaut wurde, hatte sie noch einen anderen Namen, nämlich Porta Martis. Der heutige Name entstand erst im Mittelalter. Die Steine hatten sich im Laufe der Zeit dunkel verfärbt und waren beinah schwarz geworden. Der Name Porta Nigra bedeutet „schwarzes Tor“.

Im Mittelalter wurde die Porta Nigra zur Kirche umgebaut

Nicht nur der Name änderte sich im Mittelalter, sondern auch die Funktion des Tores. Es wurde zu einer Kirche umgebaut. Wer sich das Tor heute anschaut, bemerkt: Auf einer Seite fehlt ein Stück Turm. Das wurde damals entschieden. Denn für eine Kirche benötigte das Tor nur einen Kirchturm. Später wurde die Kirche teilweise wieder zu einem Tor zurückgebaut. Ein ziemliches Hin und Her also.

Forscher gucken sich das Bauwerk auch heute noch genau an, um neue Infos zu seiner Geschichte herauszubekommen: Auf manchen Steinen steht eine Art Code. Es handelt sich dabei um Daten, nur ohne Jahreszahl. Demnach brauchten die Römer für den Rohbau der Porta Nigra zwei bis vier Jahre. Nur wann?

Das wussten die Forscher lange Zeit nicht. Bis sie das Geheimnis vor etwa zwei Jahren knackten. Archäologen fanden einen alten Pfosten aus Eichenholz in der Mauer. Die Forscher zählten die Jahresringe des Baumstamms und fanden so heraus: Der Bau der Porta Nigra muss 170 nach Christus begonnen haben.

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