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Du hast ein Vogelbaby entdeckt – was nun?

13.06.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Raus aus dem Nest und rein ins Leben: Viele junge Vögel verlassen im Juni ihr Heim. Dann müssen sie erst mal fliegen lernen. Doch was tut man, wenn man so einen kleinen Vogel hilflos am Boden sitzen sieht?

Eine junge Amsel sitzt in einem Garten.
Eine junge Amsel sitzt in einem Garten.

Es raschelt im Gebüsch. Dann piepst es kläglich. Ein Vogelküken. „Es sah zuerst ziemlich struppig und jämmerlich aus“, sagt Katharina aus Hamburg. Die Zwölfjährige hat die kleine Amsel im Garten entdeckt und sich große Sorgen um das Tier gemacht. Eine ganze Weile beobachtet sie das Küken aus der Ferne. Es sieht verlassen aus. Seine Mutter taucht auch nach einer Stunde nicht auf. Außerdem droht Gefahr. „Ich hatte Angst, dass die Katze von unserem Nachbarn kommt und den Vogel schnappt“, sagt Katharina.

Sie will die kleine Amsel retten. Deshalb setzt sie das Tier vorsichtig unter das Gitter eines Kaninchenkäfigs – halb unter einen Busch. Und sie macht sich auf die Suche nach Insekten. Mit denen will sie den Vogel füttern. „Ich habe im Wohnzimmer nach toten Fliegen und im Kompost nach Maden gesucht“, erzählt Katharina. „Aber das ist richtig aufwendig. Und der Kleine hat dauernd den Schnabel aufgerissen und gepiepst, dass er mehr haben will.“

Katharina beobachtet das Tier weiter – und hat schließlich Glück: Die Amselmutter taucht doch noch auf. Und sie füttert ihr Kind durch die Gitterstäbe. „Da habe ich mir nicht mehr solche Sorgen gemacht, ob der Vogel wohl durchkommt“, sagt Katharina. Aber hätte sie sich überhaupt in die Sache einmischen sollen?

„Wenn Nachbars Katze sich schon auf einen Imbiss freut, würde ich auch nicht zugucken, wie sie den Vogel frisst“, sagt die Fachfrau Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung. „Wenn die Mutter weiterhin an den Vogel herankommt und ihn füttern kann und er gleichzeitig in Sicherheit ist, läuft das gut.“

Allgemein gilt aber: „Junge Vögel, die piepsend auf dem Boden sitzen, haben in den seltensten Fällen ihre Mutter verloren“, sagt Eva Goris. „Das sind oft junge Vögel, die ihren ersten Flugversuch unternommen haben, und der ist schiefgegangen. Meistens kümmert sich dann die Mutter um den kleinen Bruchpiloten.“ Deshalb sollte man so ein Tier länger beobachten und sehen, ob die Mutter nicht doch zu dem Jungvogel zurückkommt. Und ihn dann in Ruhe lassen.

Katharinas Amsel unternimmt inzwischen immer mehr Flugversuche. Ihre Federn sehen nicht mehr so zerzaust aus wie bei sehr jungen Vogelkindern – sondern deutlich voller und glatter. Deshalb kann Katharina die Amsel freilassen, meint Eva Goris.

Und das macht Katharina auch. „Der Kleine ist jetzt schon ziemlich frech und munter“, sagt sie und setzt den Vogel ins Gras. „Aber ich würde mich freuen, wenn er später immer mal wieder zu Besuch in unseren Garten kommt.“

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