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Die Vergangenheit schützen

29.05.2020 05:30, Von Helen Ahmad — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dinge von früher haben oft einen hohen kulturellen Wert und werden von Spezialisten für kommende Generationen erhalten

Sie sind Künstler und Handwerker zugleich: Restauratoren erhalten Gebäude, Bilder und viele andere Dinge für die Zukunft. Manchmal muss dafür auch ein Extra-Dach her.

Restauratorin Sarah Link steht auf der Leiter vor einer alten Wandbordüre. Sie kennt sich am besten mit Dingen aus Stein aus.  Fotos: Helen Ahmad/dpa
Restauratorin Sarah Link steht auf der Leiter vor einer alten Wandbordüre. Sie kennt sich am besten mit Dingen aus Stein aus. Fotos: Helen Ahmad/dpa

Mit einer kleinen Kelle schiebt Sarah Link Lehm in einen feinen Riss in der Wand. Ihr Kollege Eric Kneisel steht auf einer Leiter und malt mit ruhiger Hand und einem feinen Pinsel winzige Striche in eine Wandmalerei. Die beiden haben sich einen besonderen Beruf ausgesucht: Sie sind Restauratoren.

Restaurator Eric Kneisel arbeitet mit einem feinen Pinsel an einer Wandmalerei. Mit winzigen Strichen ergänzt er die Lücken, damit von Weitem ein vollständiges Bild entsteht.
Restaurator Eric Kneisel arbeitet mit einem feinen Pinsel an einer Wandmalerei. Mit winzigen Strichen ergänzt er die Lücken, damit von Weitem ein vollständiges Bild entsteht.

Gerade arbeiten sie in einem mehr als hundert Jahre alten Haus im Bundesland Hessen.

Restaurieren heißt wiederherstellen

Restaurieren bedeutet, etwas wieder herzustellen. „Wir schützen etwas aus der Vergangenheit, um es zu zeigen und für kommende Generationen zu erhalten“, sagt Sarah Link. Ihr Beruf hat etwas mit Kunst zu tun, mit Handwerk, aber auch mit Wissenschaft. Da Restauratoren viel über Kultur und Materialien wissen müssen, haben sie oft bestimmte Fachgebiete. Einige restaurieren Gebäude, andere Möbel. Wieder andere Statuen oder Malereien, aber auch Bücher und technische Geräte werden restauriert. Sarah Link kennt sich besonders gut mit Dingen aus Stein aus. Eric Kneisel ist Fachmann für Wandmalerei.

Erhalten, was noch da ist

Eine wichtige Aufgabe der Restauratoren ist das Konservieren, also etwas erhalten. Es geht darum, nur das zu erhalten, was es noch gibt. Es werden also in der Regel keine Lücken einfach so nachgemalt oder geschlossen. Die Experten wollen aber mit bestimmten Techniken verhindern, dass etwas noch mehr kaputtgeht.

„Es ist wie ein Einfrieren von dem Zustand, den wir in dem Moment vorfinden“, erklärt Sarah Link. Manchmal sammelt sich zum Beispiel Wasser in Löchern in der Wand. Wenn das Objekt darunter leidet, werden diese geschlossen, um den Verfall aufzuhalten. Manchmal wird auch einfach ein Dach als Wetterschutz darüber gebaut. Oder Experten überziehen eine Malerei mit einem unsichtbaren Schutzfilm.

Rekonstruktion ist Wiederaufbau nach alten Plänen

Und noch ein Begriff ist wichtig: die Rekonstruktion. Dabei wird etwas nach altem Vorbild wieder aufgebaut, obwohl es gar nicht mehr vorhanden ist. Restaurierung und Rekonstruktion unterscheiden sich also voneinander.

Eric Kneisel malt das Bild an der Wand nicht einfach nur nach. Er füllt die Lücken mit Punkten und Strichen auf. So kann man auch später noch erkennen, was zum alten Bild gehört und was später dazukam.

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