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Die richtigen Worte finden

20.11.2020 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Viele Bücher werden ins Deutsche und in andere Sprachen übersetzt

Damit Leseratten auf der ganzen Welt genug bekommen, werden viele Bücher in mehrere Sprachen übersetzt. Wer diese Arbeit macht, braucht mehr als nur eine andere Sprache gut zu beherrschen.

BERLIN. Was haben die Bücher über Harry Potter, die fünf Freunde und die Tribute von Panem gemeinsam? Genau: Alle Geschichten wurden zuerst in englischer Sprache geschrieben. Die Autorinnen Joanne K. Rowling und Enid Blyton kommen aus England, Suzanne Collins aus dem Land USA. Doch wer deren tolle Bücher lesen möchte, muss trotzdem nicht unbedingt Englisch können. Denn ihre und viele andere Bücher werden ins Deutsche und andere Sprachen übersetzt.

Birgitt Kollmann ist Übersetzerin. Gut 80 Bücher für Kinder und Jugendliche hat sie bisher übersetzt, vor allem aus dem Englischen. „Viele Leute glauben, zum Übersetzen reicht ein Blick ins Wörterbuch oder die Texteingabe in ein Computerprogramm“, sagt sie.

Doch so einfach ist es nicht. „Kein Text lässt sich Wort für Wort übersetzen“, erklärt Birgitt Kollmann. „Das würde sich im Deutschen sofort falsch anhören.“ In anderen Sprachen sind der Satzbau und die Betonungen in einem Satz oft ganz anders. Wer einen Text übersetzen will, braucht dafür ein Gespür. Sonst kann ein Text schnell komisch klingen.

Birgitt Kollmann muss bei jedem Buch neu entscheiden, wie nah sie mit der Übersetzung am ursprünglichen Text bleibt. Oft macht eine freiere Übersetzung ihn sogar verständlicher.

„Früher hat man sogar Übersetzungen für englische Vornamen oder Orte gewählt“, erzählt Birgitt Kollmann. „Heutzutage kann man den Lesern schon mehr englische Begriffe zutrauen.“ Es wäre doch auch komisch, wenn Harry Potter bei uns Harald Töpfer hieße und statt des Zauberinternats Hogwarts eine Schule namens Schweinewarzen besuchte. So wäre das nämlich mit wörtlichen Übersetzungen.

Übersetzer und Übersetzerinnen müssen aber nicht nur ihre eigene und die fremde Sprache gut können. Sie müssen sich auch in kurzer Zeit in alle möglichen Themen einarbeiten. Denn für eine gute Übersetzung muss man auch den Inhalt eines Textes genau verstehen.

Oft helfen dann eine Suche im Internet oder auch Fachleute, denen man schreibt oder die man anruft. „Gern schreibe ich auch die Autorinnen der Bücher an“, berichtet die Übersetzerin. „Dann verstehe ich die Hintergründe und Zusammenhänge eines Buches besser. Und die Autorinnen wissen auch gerne, wer ihre Bücher in die fremde Sprache überträgt.“

Die Arbeit geht mal schnell, und mal dauert sie etwas länger: An manchen Tagen übersetzt Birgitt Kollmann zehn Seiten.

Manchmal schafft sie aber auch nur zwei Seiten, etwa dann, wenn besonders knifflige Absätze dabei sind.

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