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Die Nacktmull-Königin schubst und rempelt ihr Volk

24.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sie können rückwärts so schnell wie vorwärts flitzen. Und in ihrem Bau trampeln sie auch mal gerne übereinander drüber: Nacktmulle. Obwohl die kleinen Nager vermutlich keinen Schönheitswettbewerb gewinnen würden, lohnt es sich, mal genauer hinzuschauen.

Nackt, runzelig und hautfarben, hier und da ein paar widerspenstig abstehende Borsten: Schön ist ein Nacktmull nicht gerade! Nacktmulle sind sogar ziiiiemlich hässlich. Ihr Körper erinnert an ein schrumpeliges Bockwürstchen, dem man vorne Walrosszähne drangesetzt hat. Zudem sitzen die Augen wie aufgemalt auf dem Kopf. Und selbst ausgewachsene Tiere sehen – nackig wie sie sind – aus wie frisch geboren. Und trotzdem: Niedlich sind sie irgendwie doch.

Nacktmulle sind Nagetiere, sie leben zum Beispiel in Kenia und Äthiopien in Afrika. Auf der Suche nach Wurzeln und anderen Leckerbissen graben sie sich mit ihren Zähnen durch die harten Böden. Dabei entstehen Baue, die so riesig werden können wie mehrere Fußballfelder zusammen.

Um unter der Erde zu überleben, haben Nacktmulle besondere Eigenschaften. Sie sind fast blind, können dafür aber gut riechen, schmecken und fühlen. Sie besitzen Borsten, die sie zum Beispiel als Abstandhalter und als Organ zum Tasten benutzen. Und sie brauchen nur sehr wenig Sauerstoff zum Atmen. Denn in ihrem Körper laufen viele Vorgänge einfach langsamer ab.

In ihrem Bau sind Nacktmulle übrigens ständig unterwegs. Sie wuseln übereinander her, treten sich auf die Köpfe und Schwänze, schubsen und rempeln, was das Zeug hält. Schmerz scheinen sie nicht zu kennen und rückwärts sind sie genauso schnell wie vorwärts.

Besonders beeindruckend ist aber ihr Leben in der Gemeinschaft: Nacktmulle leben manchmal mit um die 300 anderen Tieren zusammen. Erstaunlich dabei ist: Jeder Nacktmull hat eine bestimmte Aufgabe. Es gibt eine Königin und ihre Männer, Arbeiter, Soldaten, Putzkolonnen, Kammerzofen und Kindermädchen. Unter Säugetieren ist das etwas Besonderes. Forscher kannten so etwas lange Zeit nur von Insekten wie Bienen und Ameisen.

Die Königin einer Nacktmull-Kolonie herrscht recht grob über ihr Volk. Sie lässt sich von vorne bis hinten bedienen. Wer nicht gehorcht, wird geknufft, gerempelt und geschubst. Und übrigens: Kinderkriegen ist bei den Nacktmullen die Sache der Königin.

In ihrem Bau trampeln und laufen Nacktmulle oft übereinander her. Besonders dann, wenn es etwas Leckeres zu fressen gibt. Foto: Julia Thurau

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