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Die Maschine füttern für den Spielplan

04.08.2020 05:30, Von David Kluthe — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Spielplan der Fußball-Bundesliga legt fest, wann welche Mannschaften gegeneinander spielen

Wer spielt gegen wen? Das verrät einem der Spielplan der Fußball-Bundesliga. Doch wie entsteht diese lange Liste eigentlich? Darüber haben wir mit einem Spielplan-Manager gesprochen.

Ein Spielball liegt vor der Partie am Spielfeldrand. Wer wann gegen wen spielt in der Bundesliga, das steht im Spielplan.  Foto: Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa
Ein Spielball liegt vor der Partie am Spielfeldrand. Wer wann gegen wen spielt in der Bundesliga, das steht im Spielplan. Foto: Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

18 Vereine, 34 Spieltage: Jeder spielt in der Fußball-Bundesliga zweimal gegen jeden. Das allein wäre schon kompliziert genug. Den Spielplan zu erstellen, ist aber noch komplizierter. Das Coronavirus macht die Sache noch viel schwieriger.

Das weiß gerade kaum einer besser als Andreas Farr. Er arbeitet für die Deutsche Fußball Liga, kurz DFL. Sein Beruf: Spielplan-Manager. Bis vor einigen Jahren wurde der Spielplan noch nach einem festen Plan zusammengebastelt.

Ein Computer-Programm als Hilfsmittel

Heute übernimmt diese Aufteilung ein Computer-Programm. „Da ist die Maschine einfach noch cleverer als der Mensch“, sagt Andreas Farr. „Dieses Programm hilft uns sehr.“ Gemütlich zurücklehnen können sich Andreas Farr und seine Kollegen aber nicht.

Sie müssen das Programm mit vielen Informationen füttern, bevor es loslegen kann. Dazu gehören zum Beispiel die Spielpläne von anderen Turnieren, etwa der Champions League (gesprochen: tschämpiens liig) oder einer Europameisterschaft.

Auch die Vereine dürfen ihre Wünsche abgeben. Zum Beispiel, wenn sie an einem wichtigen Tag wie einem Vereinsjubiläum gerne ein Heimspiel austragen würden.

Manche Vereine nutzen die Sommerpause vielleicht, um ihr Stadion umzubauen. Um dafür mehr Zeit zu haben, könnte ein Auswärtsspiel zu Saisonbeginn für sie besser passen.

Schon im Frühjahr fangen Andreas Farr und seine Kollegen an, die nächste Saison zu planen. „Wir sammeln die ganzen Vorgaben, von der Polizei bis zu den Clubs“, erzählt der Experte. Die Polizei berichtet zum Beispiel aus verschiedenen Städten, wann große Veranstaltungen geplant sind, etwa Demonstrationen oder Volksfeste.

„Es gibt Dinge, die sich gegenseitig ausschließen“, sagt Andreas Farr. Wenn neben sehr vielen Demonstranten noch tausende Fans in eine Stadt kämen, könnte die Polizei vielleicht nicht mehr auf alles aufpassen. Oder es gäbe ewig lange Staus in der Stadt. Deshalb versuchen die Spielplan-Macher, solche Dinge zu vermeiden.

Alle Wünsche können sie jedoch nicht immer erfüllen. Manchmal melden sich Vertreter der Vereine auch mit Beschwerden: „Da habt ihr uns aber was Schönes eingeschenkt“, sagen sie dann vielleicht. Solange er erklären kann, wie es dazu kam, ist das für Andreas Farr aber kein Problem.

Probleme bereitet in diesem Jahr vor allem das Coronavirus. Durch die lange Pause im Frühling fängt auch die neue Bundesliga-Saison deutlich später an. Andreas Farr und seine Kollegen mussten ihre Pläne also wieder komplett umschmeißen. Ganz schön kompliziert!

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