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Die Heringe brauchen Hilfe

10.02.2021 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die beliebten Fische werden viel zu viel gefischt – Deshalb ist ihr Bestand gefährdet

Diese Fische werden bis zu 20 Jahre alt und glänzen silbrig. Heringe gelten deswegen als das „Silber der Meere“. In riesigen Schwärmen schwimmen sie unter anderem durch die Nordsee und die Ostsee. Doch die Heringe haben Probleme.

Der Hering ist der Fisch des Jahres 2021. Einigen Beständen geht es sehr schlecht. In diesem Jahr darf deshalb nicht mehr so viel Hering gefischt werden (Bild links), denn in der Ostsee gibt es immer weniger davon. Frisch gefangene Heringe liegen im Hafen von Freest in einer Fischkiste (rechts).   Fotos: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa
Der Hering ist der Fisch des Jahres 2021. Einigen Beständen geht es sehr schlecht. In diesem Jahr darf deshalb nicht mehr so viel Hering gefischt werden (Bild links), denn in der Ostsee gibt es immer weniger davon. Frisch gefangene Heringe liegen im Hafen von Freest in einer Fischkiste (rechts). Fotos: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

ROSTOCK. Es gibt Neuigkeiten beim Hering: Er wurde zum „Fisch des Jahres 2021“ gewählt. Aber halt! Das sind keine guten Nachrichten. Wenn eine Art „Fisch des Jahres“ wird, heißt das meist: Es geht ihr nicht besonders gut. Und tatsächlich geht es einigen Beständen des Herings ziemlich schlecht! Vor allem jenen in der westlichen Ostsee.

Früher nannten die Leute den Hering das „Silber der Meere“. Der Name hat zum einen mit dem Aussehen der Tiere zu tun. Ihr Rücken leuchtet im Wasser in allen Farben, von gelbgrün über blauschwarz bis blaugrün mit einem rot-blauen Schimmer. Der Bauch ist weiß und die Seiten glänzen herrlich silbrig.

Schon im Mittelalter waren die Fische eine wichtige Ware

Zum anderen waren die Fische eine wichtige Handelsware. Im Mittelalter verhalfen sie den Hansestädten an der Nordsee und der Ostsee zu enormem Reichtum. Die Hanse war ein mächtiges Bündnis von Kaufleuten. Auch heute noch sind Heringe eine wichtige Ware. Das Problem ist nur: Dieser Fisch wird stark befischt, teilweise viel zu stark. Das macht den Beständen auf Dauer zu schaffen.

Und das, obwohl es viele Millionen Heringe gibt. Sie gehören sogar zu den verbreitetsten Fischen der Welt. Tagsüber halten sich die Tiere in tieferen Wasserschichten auf. Erst nachts schwimmen die riesigen Schwärme dann Richtung Wasseroberfläche.

Die Fische haben mittlerweile aber mit großen Problemen zu kämpfen. Vor allem dem Bestand in der westlichen Ostsee geht es sehr schlecht. Dort nimmt die Zahl der Heringe seit einigen Jahren immer stärker ab. Es gibt immer weniger Nachwuchs. Das stellte die Forscher lange Zeit vor ein Rätsel. Denn allein die Fischerei konnte in diesem Fall nicht schuld sein.

Die Forscher fanden heraus, dass es mit der Wassertemperatur zu tun hat. Diese ist nämlich an vielen Stellen inzwischen zu hoch, das Wasser ist also zu warm. „Dadurch bekommen die Fische auf ihrer Wanderung ein falsches Signal und beginnen zu früh mit dem Laichen“, erklärt der Forscher Christopher Zimmermann. Er forscht unter anderem über die Fische und die Fischerei in der Ostsee. Durch das frühe Laichen schlüpfen die kleinen Fische zu früh und finden nicht ausreichend Nahrung. Viele verhungern.

Um den Hering schnell zu retten, gibt es eigentlich nur ein Mittel. „Die Fangquote muss drastisch gesenkt werden“, sagt der Wissenschaftler Christopher Zimmermann. Das bedeutet, die Fischer dürfen nicht mehr so viele Fische aus der Ostsee ziehen. Dann könnte sich der Bestand wahrscheinlich erholen. Aber das kann viele Jahre dauern.

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