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Die einen im Bett, die anderen auf dem Teller

29.06.2022 05:30, Von Weronika Peneshko — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Bett, im Käfig oder im Stall: Viele Menschen umgeben sich gerne mit Tieren. Sie essen Tiere aber auch. Meistens sind das allerdings verschiedene Tierarten. Warum ist das so?

Schweine stehen in einem Schweinestall. Viele Menschen in Deutschland essen gerne Schweinefleisch.  Foto: Marijan Murat/dpa
Schweine stehen in einem Schweinestall. Viele Menschen in Deutschland essen gerne Schweinefleisch. Foto: Marijan Murat/dpa

Tiere sind unsere Freunde, heißt es oft. Und es stimmt: Viele Menschen haben gerne Haustiere um sich, egal ob Katzen, Meerschweinchen oder Hunde. Auch ein Besuch im Zoo macht vielen Leuten Spaß. Tiere begegnen Menschen auch anderswo, nämlich auf dem Teller. Wer ein Schnitzel, Salami oder Dönerfleisch isst, hat ein Stück eines Tieres im Mund. Meistens ist es das Fleisch von Schweinen, Kühen und Hühnern.

Aber warum ist das so, dass manche Tiere Freunde sind und manche im Magen landen? Das fragen sich viele Menschen. Die Sozialpsychologin Melanie Joy hat sich viele Gedanken dazu gemacht und auch ein Buch geschrieben. Sie sagt: „Wir denken über die Tiere unterschiedlich nach.“ Bei uns meinen die meisten Menschen, dass Kühe zum Essen da sind und Hunde zum Streicheln. Fleisch von bestimmten Tieren zu essen sei über die Zeit zu einer Gewohnheit geworden, sagt Frau Joy.

„Die Tiere an sich sind eigentlich nicht so unterschiedlich“, sagt sie. Klar: Ein Schwein sieht zwar anders aus als ein Hund. Aber die Tiere sind vergleichbar schlau! Das haben Fachleute erforscht. Trotzdem bieten Supermärkte Schnitzel aus Schweinefleisch, aber nicht aus Hundefleisch an.

Tatsächlich hat unser Verhältnis zu Tieren auch etwas mit Supermärkten zu tun. Das sagt der Kulturwissenschaftler und Autor Thomas Macho. „Im Supermarkt sieht das Fleisch so schön und sauber abgepackt aus. Man hat gar nicht mehr das Gefühl, dass man da ein Tier isst“, sagt er. Der Wurst oder dem Burgerfleisch sieht man nicht mehr an, wo es herkommt.

Auch leben die meisten Menschen heute nicht mehr auf Bauernhöfen. Deswegen sehen sie nicht, was alles geschieht, ehe das Fleisch im Kühlregal landet: Wie die Tiere gehalten werden, wie sie transportiert und geschlachtet werden. „Man nimmt den oft leidvollen Prozess nicht mehr wahr“, sagt Thomas Macho. So hätten die Menschen weniger Mitgefühl mit den Tieren.

Viele Leute finden: Es ist okay, Fleisch zu essen. Auch Steinzeitmenschen hätten das schon gemacht. Thomas Macho schlägt vor, dass wir uns dabei aber immer bewusst sein sollten, dass für Fleisch ein Tier getötet wurde. Dafür könne es helfen, ab und zu mal einen Bauernhof zu besuchen. „Das Fleisch ist ja schließlich nicht vom Himmel gefallen“, sagt er.

Gerade solche kleinen Bauernhöfe, die sich gut für Besuche eignen, werden allerdings immer seltener.

Das meiste Fleisch entsteht in großen Mastbetrieben und Großschlachtereien. Trotzdem könne ein Bauernhofbesuch helfen, alle Schritte hin zum fertigen Gericht besser zu verstehen. Thomas Macho meint: „Man sollte erfragen und erkunden, wo das Essen herkommt, das auf meinem Teller gelandet ist.“

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