Paulas Nachrichten

„Die besten Ideen kommen auf der Autobahn“

07.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ole Haldrup schreibt seit etwa 30 Jahren Limericks. Der 71-Jährige wohnt in Marburg in Hessen. Er hat schon drei Bücher mit den fünfzeiligen Gedichten gefüllt. Eigentlich ist Ole Haldrup ein Künstlername. In Wahrheit heißt er Rudolf Happle und hat lange als Arzt und Lehrer gearbeitet. „dpa-Nachrichten für Kinder“ hat er erzählt, woher er seine Ideen bekommt.

Wie sind Sie darauf gekommen, Limericks zu schreiben?

Ole Haldrup: „Vor etwa 30 Jahren ist mir aufgefallen, dass es im Englischen viele Limericks gibt, im Deutschen aber fast gar keine. Deswegen habe ich es als eine Herausforderung angesehen, deutsche Limericks zu machen.“

Warum macht Ihnen das Spaß?

Ole Haldrup: «Manche machen Drachenfliegen oder lösen Kreuzworträtsel. Für mich ist es eine spielerische Aufgabe, einen Scherz knapp auf fünf Zeilen zu erzählen.“

Wie lange brauchen Sie für einen Limerick?

Ole Haldrup: „Manchmal dauert es zehn Minuten, manchmal drei Jahre. Manche Limericks werden gar nicht fertig. So etwa die Geschichte von ,einer Maid in Malaysia. Die sagte sich, alt genug sei sie ja‘. Aber wie geht’s weiter? Ich habe die Worte viel herumgedreht, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen. Das verfolgt einen dann.“

Wann kommen Ihnen die besten Ideen für Limericks?

Ole Haldrup: „Wenn ich auf der Autobahn bin. Meistens fährt meine Frau, und ich bin Beifahrer.“

Lachen Sie über Ihre eigenen Limericks?

Ole Haldrup: „Sie belustigen mich schon, aber Limericks schreiben ist eine Art Clownerie. Ein Clown darf nicht selber lachen. Er soll die Leute zum Lachen bringen. Um zu sehen, wie meine Limericks bei anderen ankommen, lese ich sie zuerst meiner Familie vor. Dann geht der Daumen rauf oder runter. Sehr viele Limericks bleiben ungedruckt.“

Welchen Limerick mögen Sie am liebsten?

Ole Haldrup: „Dieser gefällt mir derzeit sehr gut: ,Ein Kettenraucher aus Nizza, der im Tank seines Wagens nach Sprit sah, flog mit ’nem Krach durchs Garagendach einem staunenden Gast in die Pizza.‘“

Cover des Buches „Lirum, Larum, Limerick“ von Ole Haldrup Foto: Nereus Verlag

Paulas Nachrichten