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Deun in Kambodscha träumt von einer Schule

16.04.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fünf Uhr früh. Es ist finster und still, selbst der Hahn schläft noch. Nur Deun ist schon wach, denn der Tag wird aufregend. Der 14-Jährige kriecht unter dem Moskitonetz hervor. Darunter schläft die ganze Familie auf einer Matratze. Möbel gibt es nicht im Haus. Mit zwei Sprüngen saust Deun die steile Treppe hinab. Er schnappt sich von der Bambusstange die blaue Hose und läuft zur Wasserstelle am Dorfrand. Als er zurückkehrt, erwacht auch der Wald rundherum mit all seinen Stimmen. In der Kochecke des hohen Stelzenhauses seiner Familie glimmt schon das Holzfeuer, und Deuns Mutter macht Frühstück: Fischpaste mit Salz und Chili. Deun aber freut sich schon auf die Nudelsuppe, die ihm sein Vater versprochen hat – auf dem Markt im Städtchen Andong Meas. Dort wollen sie heute etwas von ihrem Gemüse verkaufen. Es ist ihre erste große Ernte – vorher hatten sie fast nur Reis zum Essen und auch davon nie genug.

Deun Sal hat noch einen jüngeren Bruder und eine kleine Schwester. Seine Familie lebt in dem kleinen Dorf Kanat Toch, im äußersten Nordosten von Kambodscha. Das Land liegt in Südostasien und gehört zu den ärmsten der Erde. Deuns Familie aber ist noch ärmer als die meisten Bewohner von Kambodscha. Sie gehört zu einem der Bergvölker, die in den Wäldern leben. Immer wieder werden sie von ihrem Land vertrieben. Große Firmen roden die Wälder, um zum Beispiel Gummibaum-Plantagen zu pflanzen oder das wertvolle Holz zu verkaufen.

Doch die Leute dort leben von den Wäldern. Die 27 Familien in Deuns Dorf bauen zwar Reis an, um satt zu werden. Der reicht allerdings höchstens für ein Dreivierteljahr. „Den Rest des Jahres haben wir uns immer vom Wald ernährt“, erzählt Deuns Vater Biyun, „von Pilzen, Beeren oder kleinen Tieren.“ Dann kamen Mitarbeiter der Welthungerhilfe. Die deutschen Experten und ihre kambodschanischen Kollegen wussten, wie man helfen kann. „Sie haben uns gezeigt, wie man Gemüse pflanzt“, erzählt Vater Biyun. „Das kannten wir vorher nicht.“

Kohlköpfe, Langbohnen und Radieschen werden in zwei Körben verstaut. Dann machen sich Deun und sein Vater auf den Weg zum Markt. Mehr als eine Stunde müssen sie laufen; bergauf und bergab schlängelt sich der Pfad durch Wald und Gebüsch. Noch ist er rot und staubig. Wenn aber im Juni die lange Regenzeit beginnt, verwandeln sich die Wege in glitschige Bäche, und der Fluss überschwemmt Felder und Dörfer. Deshalb stehen die Häuser auf Stelzen.

Deun träumt davon, zur Schule zu gehen. „Lesen und Schreiben würde ich gern lernen, damit ich später Lehrer werden kann.“ Doch es gibt weit und breit keine Schule, und Zeit zum Lernen hat er sowieso nicht. Deun hilft bei der Reisernte und im Gemüsegarten, füttert die Hühner und hütet die Kühe. Abends hat er zwei Stunden frei. Dann geht Deun manchmal beim Nachbarjungen ein Video gucken – am liebsten Kung Fu. Auf dem Markt hat sein Vater ihm eine Armbanduhr gekauft. „Weil ich so viel arbeite“, sagt Deun und ist ganz stolz. Die Uhr ist das Einzige, was er besitzt.

Das undatierte Foto zeigt die Familie des Jungen Deun, die in dem kleinen Dorf Kanat Toch im äußersten Nordosten von Kambodscha lebt: (von links nach rechts) Vater Biyun, Deun, Bruder Eun, Mutter Von mit der kleinen Schwester Sophea. Foto: Christiane Zander

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