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Der Schatten zeigt die Zeit an

12.06.2020 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eine Sonnenuhr funktioniert nur dann, wenn auch die Sonne scheint

Die Sonnenuhr ist ein uraltes Instrument, mit dem Menschen die Zeit ablesen können. Das funktioniert so leicht, dass man sich sehr einfach eine eigene Sonnenuhr basteln kann. Doch sollen Sonnenuhren das ganze Jahr über die richtige Zeit anzeigen, wird es knifflig.

Die Sonnenuhr im Britzer Garten in Berlin. Nicht jede Sonnenuhr ist so riesig wie diese.  Foto: Philipp Brandstädter
Die Sonnenuhr im Britzer Garten in Berlin. Nicht jede Sonnenuhr ist so riesig wie diese. Foto: Philipp Brandstädter

Wie spät ist es gerade? Ein Blick auf die Armbanduhr oder auf das Smartphone verrät die Zeit sofort. So leicht und praktisch ließ sich die Zeit aber nicht immer ablesen. Zunächst haben sich die Menschen nur nach der Sonne gerichtet.

Der Lauf der Sonne bestimmt über Tag und Nacht. Im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter. Das tut sie jeden Tag.

Denn die Erde dreht sich einmal pro Tag um sich selbst und umkreist in einem Jahr die Sonne. Als noch kein elektrisches Licht die Nacht erhellte, war das Tageslicht für die Menschen entscheidend. Die Zeit, in der die Sonne Licht spendet, bestimmte das Leben viel mehr als heute.

So war es für die Leute wichtig zu wissen, wie weit der Tag schon fortgeschritten war und wie viel Zeit noch übrig blieb, bis es wieder dunkel wurde. Sie wollten deshalb die Zeit messen. Ein uraltes Instrument dafür ist die Sonnenuhr.

Sonnenuhren gibt es schon seit mehreren Tausend Jahren

„Im alten China, in Ägypten und anderen Hochkulturen haben Menschen schon vor ein paar Tausend Jahren einfache Sonnenuhren gekannt“, erklärt Christian Sicka vom Deutschen Museum in München. „Die Menschen unterteilten den Tag zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in zwölf Stunden. Die Zeit lasen sie an dem Schatten eines Stabs ab.“

So einen Stab nennt man Gnomon. Genauer wird die Zeitangabe der Sonnenuhr, wenn der Stab genau nach Norden zeigt, also zum Polarstern. Solche Stäbe nennt man Polstäbe. Die so ausgerichteten Stäbe steckte man in den Boden oder montierte sie an Wänden. Wenn die Sonne scheint, bewegt sich der Schatten eines Polstabs im Laufe des Tages über ein Ziffernblatt. So einfach ist das zunächst mit der Sonnenuhr.

Im Winter ist der Schatten länger als im Sommer

Doch wenn diese an jedem Ort und das ganze Jahr über die richtige Zeit anzeigen soll, wird es kniffliger. Denn der Schatten des Polstabes ist mal länger und mal kürzer. Das hat damit zu tun, dass die Tage im Sommer länger sind als im Winter. Denn die Achse unseres Planeten ist leicht geneigt. Die Erde steht also ein bisschen schräg.

„Der Stand der Sonne spiegelt sich auch in den Schatten wider. Im Winter werfen wir längere Schatten, im Sommer kürzere“, erklärt Christian Sicka. Die Schattenlänge des Polstabes kann uns dadurch auch das Datum anzeigen. Die Sonnenuhr bekommt eine Kalenderfunktion.

Doch was ist, wenn der Himmel bewölkt ist und die Sonne keinen Schatten wirft? Was, wenn man auch nachts wissen will, wie spät es ist?

Hierfür ließen sich die Menschen bald andere Mittel einfallen, um die Zeit zu messen. Sonnenuhren gibt es aber auch heute noch. Oft stehen sie in Parks und großen Gärten oder sie zieren Hauswände.

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