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Der Herr mit dem berühmten Pendel

21.09.2019 00:00, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein Versuchsaufbau mit einem langen schwingenden Pendel zeigt, dass sich die Erde dreht

Wie beweist man, dass sich die Erde dreht? Ein Forscher aus dem Land Frankreich hatte dafür eine geniale Idee. Sein Name: Leon Foucault. Vor 200 Jahren wurde er geboren. Er und sein Pendel sind heute weltberühmt.

PARIS. Dreht sich unsere Erde um sich selbst? Heute denken wir: Das weiß man doch! Aber woher eigentlich? Und wie kann man das beweisen? Diese Frage stellten sich vor etwa 170 Jahren viele Gelehrte und Forscher.

Das Pendel von Leon Foucault wurde so berühmt, dass es an vielen Orten nachgebaut wurde, wie hier im Magdeburger Dom.  Foto: Andreas Lander
Das Pendel von Leon Foucault wurde so berühmt, dass es an vielen Orten nachgebaut wurde, wie hier im Magdeburger Dom. Foto: Andreas Lander

Man wusste damals zwar schon lange, dass sich die Erde dreht. Das hatte man herausgefunden, indem man den Sternenhimmel beobachtete. Aber konnte man die Drehung der Erde auch auf eine andere Art nachweisen?

In diesem großen Gebäude hängte Leon Foucault sein Pendel auf.  Foto: Peter Kneffel
In diesem großen Gebäude hängte Leon Foucault sein Pendel auf. Foto: Peter Kneffel

Ein französischer Forscher fand eine Lösung. Sein Name war Leon Foucault. Er lebte in Paris, der Hauptstadt des Landes Frankreich. Und dort zeigte er im Jahr 1851 ein spektakuläres Experiment: Er bewies die Rotation der Erde mit Hilfe eine Pendels.

Der erste Versuch im Keller

Das Pendel von Leon Foucault wurde so berühmt, dass es an vielen Orten nachgebaut wurde, wie hier im Magdeburger Dom.  Foto: Andreas Lander
Das Pendel von Leon Foucault wurde so berühmt, dass es an vielen Orten nachgebaut wurde, wie hier im Magdeburger Dom. Foto: Andreas Lander

Den ersten Versuch dazu hatte er zu Hause in seinem Keller unternommen. Dort befestigte er an der Kellerdecke ein Pendel. Es bestand aus einem zwei Meter langen Draht und einer fünf Kilogramm schweren Kugel. Das Pendel brachte er zum Schwingen. Im Laufe der Zeit sah es so aus, als würde es langsam seine Richtung ändern.

Nachbauten des Pendels von Leon Foucault sind auch in einigen Technik-Museen zu sehen, wie etwa hier in Berlin.  Foto: Clemens Kirchner
Nachbauten des Pendels von Leon Foucault sind auch in einigen Technik-Museen zu sehen, wie etwa hier in Berlin. Foto: Clemens Kirchner

Aber warum sollte das Pendel das tun? Es wurde von Leon Foucault nicht mehr berührt und es wehte auch kein Wind. Dem Forscher wurde klar: Nicht das Pendel ändert seine Richtung, sondern der Erdboden bewegt sich! Er dreht sich unter dem Pendel weg. Damit hatte Foucault den Beweis: Die Erde dreht sich.

Der zweite Versuch in einer Kirche

Später wiederholte er seinen Versuch. Dafür suchte er sich einen besonderen Ort aus: Das Pantheon in Paris. Ursprünglich war das eine riesige Kirche, später nutzte man den Bau aber als Ruhmeshalle. Also als eine Art Gedenkstätte für berühmte Leute.

Dort ließ Foucault ein gigantisches Pendel aufhängen, und er lud alle Leute ein, diesen Versuch zu beobachten. Die staunten wohl nicht schlecht, immerhin hing im Pantheon nun ein gewaltiges Pendel. Die Kugel war 28 Kilogramm schwer und das Seil 67 Meter lang. Unten an der Kugel war eine Art Stift oder Nagel angebracht.

Mit jeder Schwingung kratzte dieser Stift einen Strich in Sand, der auf dem Boden ausgestreut war. Die Menschen sahen: Mit jeder Bewegung des Pendels verschob sich der Strich ein kleines bisschen. Die Erde hatte sich weitergedreht.

Übrigens: Dieses Pendel lässt sich auch heute noch im Pantheon beobachten. Und Nachbauten davon finden sich in vielen Technik-Museen. Benannt ist das Pendel nach Leon Foucault, der vor genau 200 Jahren, am 18. September 1819, geboren wurde. Es heißt: Foucaultsches Pendel.

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