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Den Wald möglichst in Ruhe lassen

20.12.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Stadtwald in Lübeck entscheidet die Natur oft selbst, nicht der Mensch.

Seit rund 30 Jahren dürfen die Bäume im Lübecker Stadtwald wachsen, wie sie wollen. Förster greifen nur noch selten ein in das Ökosystem Wald. Stürzen Bäume um, bleiben ihre Stämme im Lübecker Stadtwald liegen. Foto: Marcus Brandt/dpa
Seit rund 30 Jahren dürfen die Bäume im Lübecker Stadtwald wachsen, wie sie wollen. Förster greifen nur noch selten ein in das Ökosystem Wald. Stürzen Bäume um, bleiben ihre Stämme im Lübecker Stadtwald liegen. Foto: Marcus Brandt/dpa

Einige Fichten sind abgestorben und stehen kahl herum. In der Nähe liegen umgestürzte Baumstämme kreuz und quer im Wald. Wo etwas Licht durchdringt, sprießen kleine Bäumchen. Im Stadtwald in Lübeck darf die Natur oft machen, was sie will.

Das ist nicht selbstverständlich. Die meisten Wälder in Deutschland sind Forste. Dort kommen immer wieder Waldarbeiter und räumen auf. Sie entfernen zum Beispiel kranke und abgestorbene Bäume. Sie ernten die Bäume in der richtigen Größe für Holz. Und sie pflanzen die Sorte Bäume an, welche die Menschen dort haben wollen.

Zahlreiche Naturschützer finden: Es wäre besser, den Wald mehr sich selbst zu überlassen. In Lübeck im Bundesland Schleswig-Holstein wird das so gemacht. Die Buchen, Eichen, Eschen und Ahorn-Bäume werden so selten wie möglich gestört.

„Wir verzichten auf die sogenannte Durchforstung der Wälder, auf Kahlschlag und Wiederaufforstung“, sagt ein Förster dort. Immer nur einzelne Bäume würden gefällt. Wenn alte Bäume von selbst umstürzen, gucken die Förster, welche Arten von alleine nachwachsen. Es gebe eh Millionen von Baumsamen im Wald, sagt der Förster.

Naturschützer etwa von der Organisation Greenpeace finden diese Wald-Form super. Solche naturnahen Wälder litten nicht so stark unter der Klimakrise wie Forste, sagt eine Greenpeace-Expertin. Einige andere Städte wie Berlin, München und Hannover haben die Ideen aus Lübeck schon übernommen. dpa

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