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Das Wetter macht, was es will

29.03.2014, Von Lara Röhrich — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Experte Uwe Schickedanz erklärt, warum das im Frühling so wechselhaft ist

Eine Bauernregel sagt: Der April macht, was er will. Gemeint ist das Wetter, das erst schön sein kann - dann auf einmal regnet es. Warum ist das so?

Es ist Frühling. Die ersten Sonnenstrahlen wärmen das Gesicht. Doch ein paar Minuten später ziehen die Wolken vor die Sonne. Man weiß gar nicht, was man anziehen soll. Pullover oder T-Shirt und die Regenjacke in den Rucksack? Aber wieso ist das so? Uwe Schickedanz arbeitet beim Deutschen Wetterdienst in Stuttgart und weiß, warum das Wetter im Frühling so wechselhaft ist. „Im Frühling wird die Sonne immer stärker. Im Winter hingegen ist sie schwach“, sagt Schickedanz. Die Sonne im Frühling hat viel Kraft und erwärmt den Boden zügig. Das Meer lässt sich aber nicht so schnell erwärmen. Je nachdem, woher der Wind weht, kommt warme oder kalte Luft nach Deutschland. „Weht Luft von der kalten Nordsee oder dem Atlantik zu uns, wird es kalt. Kommt der Wind aber vom spanischen Festland, bringt er milde Luft nach Deutschland.“ Im Frühling kann man an einem Tag im T-Shirt in der Sonne sitzen und Eis essen und drei Tage später schneit es. An dem sonnigen Tag erwärmt die Sonne den Boden stark, und es weht warmer Wind von Spanien. An dem kalten Tag kommen die Sonnenstrahlen nicht durch die dicke Wolkendecke, und der Wind weht vom kalten Ozean. „Die Wolken sind die nächtliche Bettdecke der Atmosphäre“, sagt Schickedanz und erklärt auch warum: Die Atmosphäre ist die Luft um die Erde. Wenn die Wolken wie eine Decke am Himmel stehen, dann kann die Wärme nachts nicht ins All abstrahlen. Ist aber klarer Himmel, entweicht die Wärme schnell. Deswegen sind klare Nächte immer besonders kalt. Das kann man sich vorstellen, wie wenn man im Bett liegt und die Bettdecke aufdeckt. Dann wird einem schnell kalt. Ist man zugedeckt, bleibt die Wärme unter der Decke. „Die Atmosphäre hat im Frühling noch den Winter im Gedächtnis und deswegen auch weniger Wasser in der Luft.“ Im Herbst ist es oft neblig. Nebel und Wolken bestehen aus kleinen Wassertropfen. Umso höher die Temperaturen, desto mehr Wasser ist in der Luft. „Wenn wenig Wasser in der Luft ist, gibt es große Temperaturunterschiede.“ Stuttgart hat sogar noch eine Besonderheit: Die Stadt liegt im Regenschatten des Schwarzwalds. Das bedeutet, dass die Regenwolken aus dem Südwesten oft vor dem Schwarzwald hängen bleiben und erst gar nicht nach Stuttgart kommen. Deswegen regnet es hier vor allem im Frühling manchmal drei Wochen gar nicht. In Kirchheim oder in Freudenstadt regnet es viel öfter. Es gibt viele Bauernregeln. Früher haben einige Bauern das Wetter ganz genau beobachtet und Regeln aufgestellt. Nicht alle sind richtig, aber manche stimmen - lies dir doch die Bauernregeln auf dieser Seite einmal durch und schau, welche wirklich eintreten. Ein Beispiel ist die Regel des Siebenschläfers. Sie besagt, dass es sieben Wochen lang regnet, wenn es am 27. Juni regnet. Meistens trifft das auch zu. „Das kann man nicht genau auf den 27. Juni beziehen, aber wenn es Ende Juni kühl und regnerisch wird, dann wird es meistens auch die nächsten Wochen wechselhaft bleiben“, sagt Schickedanz. Um das zu verstehen schaut man am besten nach Indien. Dort gibt es den Monsun. Das heißt, dort regnet es tagelang sehr stark. Die Sonne wärmt die Halbinsel schnell auf. Heiße Luft ist leichter als kalte Luft, und diese steigt nach oben. Das ist wie bei einem Heißluftballon. Wenn die warme Luft nach oben gestiegen ist, ist am Boden weniger Luft. Daher rückt feuchte Luft vom Ozean nach. Das Wetter kippt, und es beginnt zu regnen. In Deutschland ist das Phänomen manchmal genauso, aber nicht so extrem. Hier bleibt es regnerisch, weil die feuchte Luft vom Meer kommt.

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