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Das Werkzeug der Vögel ist vielseitig

27.06.2020 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit dem Schnabel können Vögel Samen und Nüsse knacken, sich festhalten und sogar weben

Vögel haben keine Zähne, keine Arme oder Hände. Also brauchen sie ein anderes Hilfsmittel, mit dem sie greifen, sammeln, jagen und bauen können. Für diese Dinge benutzen die Tiere häufig ihren Schnabel.

Manche sind winzig klein, andere sehr groß. Manche leuchten und schillern, andere bewegen sich nahezu unsichtbar. Die Vogelwelt ist sehr vielfältig. Jede Art ist bestens an ihre Umwelt angepasst. Der Schnabel dient den Tieren dabei als nützliches Werkzeug. Vogel-Experte Tobias Rahde vom Zoo Berlin erklärt, wofür die Vögel ihren Schnabel benutzen.

Ein Kea steht im Zoo Berlin auf einem Ast. Keas gelten als besonders neugierig und klug.  Foto: Philipp Brandstädter/dpa
Ein Kea steht im Zoo Berlin auf einem Ast. Keas gelten als besonders neugierig und klug. Foto: Philipp Brandstädter/dpa

 

FRESSEN: „An der Form ihres Schnabels kann man vor allem gut erkennen, was Vögel fressen“, sagt der Fachmann. Schnäbel sind mal spitz und krumm, wie etwa bei den Greifvögeln. Körner fressende Vögel haben kurze Schnäbel. Und mit einem langen Schnabel kann ein Vogel zum Beispiel gut im Wasser fischen. „Vögel knacken Samen und Nüsse, spießen Beeren und Insekten auf, schlürfen Nektar aus Blüten oder schöpfen Futter von der Wasseroberfläche“, erklärt der Experte. Dafür muss der Schnabel die richtige Form haben. Wie wichtig das ist, weiß jeder, der mal eine Suppe mit einer Gabel löffeln wollte.

KLETTERN: Klar, Vögel haben Krallen. Damit halten sie sich in den Bäumen auf den Ästen fest. Um sich zu bewegen oder Halt zu finden, ist aber auch hier der Schnabel nützlich. Diesen nutzen manche Vögel wie eine Greifzange, um sich festzuhalten. „Besonders gut klettern können die Papageien. Sie benutzen ihren Schnabel fast wie eine Hand“, sagt Tobias Rahde.

 

BAUEN: Mal sammeln die Tiere Steinchen auf, mal befördern sie kleine und größere Zweige. „Vögel benutzen ihre Schnäbel als vielseitiges Werkzeug, für den Nestbau zum Beispiel“, erklärt der Experte. So flechten Vögel wie der Webervogel kunstvolle Nester aus Zweigen, Halmen und Haaren. Die Schwalbe mauert sich Bauten aus Lehm unter Dächer und an Wände von Gebäuden. Und der Specht hackt damit Löcher in morsche Baumstämme.

 

BALZEN: Mit dem Schnabel können Vögel auf sich aufmerksam machen. Viele Tiere tun das etwa in der Paarungszeit, wenn sie um Partner buhlen. Störche klappern dann laut. Albatrosse fechten mit ihren Schnäbeln. Hornvögel tröten durch ihre Schnabel-Aufsätze. Dieser dient als eine Art Verstärker, um noch lautere Geräusche zu machen. Papageitaucher werben, indem sie ihre Schnäbel in leuchtenden Farben präsentieren.

 

PFLEGEN: Auch für den Nachwuchs wird der Schnabel gebraucht. Mit ihm drehen und ordnen die Vögel ihre Eier, damit alle beim Brüten genug Wärme bekommen. Später putzen die Vogeleltern das Gefieder ihrer Jungtiere, bis sie das selbst können. Erwachsene Vögel putzen sich gegenseitig. Damit wollen sie ihre Zuneigung ausdrücken, vermuten Forscher.

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