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Das Wattenmeer und seine Bewohner

05.11.2016 00:00, Von Helen Ahmad — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Nordsee hat das größte Wattenmeer – Die Lebewesen dort sind gut angepasst

Wenn das Meer verschwindet, wird in der Nordsee eine faszinierende Welt sichtbar: das Watt. Dark Blome von der Insel Amrum führt Leute durch das Watt. Er zeigt ihnen, was dort alles zu entdecken ist.

Die Kuhle, die beim Treten entsteht, nennt sich Trampelwanne.  Foto: Helen Ahmad
Die Kuhle, die beim Treten entsteht, nennt sich Trampelwanne. Foto: Helen Ahmad

Barfuß und mit hochgekrempelten Hosen steht eine Gruppe Menschen um Wattführer Dark Blome herum. Gemeinsam will sie von der Nordsee-Insel Amrum zur Insel Föhr laufen. Normalerweise fährt man mit dem Schiff hinüber. Doch wenn Ebbe ist, kann man auch zu Fuß hinübergehen. Allerdings nur mit jemandem, der sich auskennt.

Krebse werden gern von Möwen gefressen.
Krebse werden gern von Möwen gefressen.

Dark kennt sich aus. Seit 18 Jahren wandert er mit Menschen durch das Watt. „Das Wattenmeer ist einzigartig auf der Welt. Das gibt es in der Größe nur an der Nordsee“, sagt er.

Im Watt kann man immer wieder Neues entdecken

Meersalat ist eine Alge, die man essen kann.
Meersalat ist eine Alge, die man essen kann.

Obwohl der Mann fast jeden Tag im Watt unterwegs ist, entdeckt er immer wieder Neues. Die Menschen, die heute mit ihm gehen, haben vieles noch nicht gesehen. Zum Beispiel das wabbelige Grüne, das hier und da auf dem Boden liegt. „Das ist Meersalat“, erklärt Dark. Das ist eine Alge. Sie könne man wie normalen Salat essen. Sie müsse nur gründlich gewaschen werden, weil sie sonst viel zu salzig sei.

Das Bild zeigt den Wattführer Dark Blome. Er führt seit 18 Jahren Menschen durch das Watt von Amrum zur Insel Föhr.
Das Bild zeigt den Wattführer Dark Blome. Er führt seit 18 Jahren Menschen durch das Watt von Amrum zur Insel Föhr.

Der Sand fühlt sich kalt und fest unter den Füßen an. Steht man länger auf der Stelle und tritt ein bisschen hin und her, sinkt man langsam ein. „Die Möwen machen das auch so“, sagt Dark. Die Kuhle, die dabei entsteht, nennt sich Trampelwanne. Darin finden manche Möwen auch Muscheln, die sie im Ganzen schlucken.

„Weil die Möwe keine Zähne hat, werden die Muscheln vom Magen geknackt“, sagt der Wattführer. Stunden später speit die Möwe dann einen Ballen hervor: alles, was der Magen nicht verdauen konnte. In einem dieser Speiballen sind auch Krebsscheren zu sehen. Krebse stehen ganz oben auf der Speisekarte der Möwen. Auf dem Boden des Meeres finden sich viele tote und auch lebendige Krebse. Manchmal sind es auch nur die Panzer.

Besonders viele Krebse haben sich an einem alten Wrack versammelt. Es bietet zahlreichen Meerestieren und Pflanzen ein Zuhause.

„Ein ganz besonderer Bewohner ist der Einsiedlerkrebs“, sagt Dark. Und hält das hübsche Haus einer Meeresschnecke in die Luft. Darin steckt der kleine Krebs. Schnell zieht er sich ins Haus zurück. Erst nach einer Weile guckt er vorsichtig heraus. „Wenn der Krebs zu groß wird, sucht er sich ein neues Schneckenhaus, in das er besser passt“, sagt Dark.

Dark könnte noch viel über das Watt und seine Bewohner erzählen. Doch die Flut kommt. Deshalb geht es jetzt zügig auf die Insel Föhr zu.

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