Paulas Nachrichten

Das Meer wird als Müllkippe missbraucht

12.10.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der größte Teil unserer Erde ist mit Wasser bedeckt. Die Ozeane sind wunderschön und unzählige Tiere und Pflanzen leben darin. Doch die Menschen missbrauchen die Meere oft als riesige Müllkippen. Besonders gefährlich für Menschen und Tiere: Abfälle aus Plastik. Sie lösen sich so gut wie gar nicht auf und treiben über viele Jahrzehnte im Wasser.

In einigen Regionen der Weltmeere sammeln sich diese Abfälle in riesigen Müllstrudeln. Wie man sich die Strudel vorstellen kann, hat Meeresforscher Lars Gutow „dpa-Nachrichten für Kinder“ erklärt.

Woher kommen eigentlich all die Plastik-Teile, die im Meer schwimmen?

„Zum Teil stammt der Müll vom Land. Das sind zum Beispiel Plastikflaschen oder Plastiktüten. Die werden von Menschen am Strand liegen gelassen oder werden sogar absichtlich ins Meer geworfen. Auch von Müllkippen, die nah an der Küste liegen, und mit den Flüssen gelangt jede Menge Müll ins Meer. Ein anderer Teil stammt von den Schiffen. Die Seeleute werfen ihren Müll nämlich oft direkt von Bord ins Wasser – obwohl es verboten ist.“

Und wieso sammelt sich der Abfall zu großen Müllteppichen?

„Um das zu verstehen, stellt man sich am besten einmal vor, was passiert, wenn man in der Badewanne den Stöpsel zieht: Das Wasser strudelt dann durch den Abfluss, und der Schaum auf dem Wasser sammelt sich in der Mitte des Strudels.

Auch im Meer gibt es solche Strudel. Die sind natürlich viel größer, aber auch sie ziehen Teile, die im oder auf dem Wasser schwimmen, in ihre Mitte. Solche Müllstrudel gibt es eigentlich in allen Ozeanen der Erde.“

Kann man den Müll dann nicht einfach einsammeln, wenn er schon so schön beieinander schwimmt?

„Das geht leider nicht. Die Meere sind einfach viel zu groß. Außerdem darf man sich nicht vorstellen, dass die Meeresoberfläche ganz dicht mit Plastik-Teilen bedeckt ist. In der Nordsee zum Beispiel liegen etwa 100 bis 200 Meter zwischen zwei Abfall-Teilen. Das ist dann doch ganz schön weit auseinander.“

Plastikmüll am Strand bei Dakar, Senegal Fotos: epa

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