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Das Eis wird weniger

16.06.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Am Nordpol wird der Eispanzer immer dünner

Stell dir vor, du würdest die Erde aus dem Weltall betrachten. Rund um Nordpol und Südpol sieht sie weiß aus, denn dort befindet sich immer Eis. Aber das dürfte sich zumindest am Nordpol ändern.

Das Forschungsschiff „Polarstern“ liegt bei einer seiner Reisen in der Antarktis an einer Eiskante.  Foto: Stephan Schoen/Alfred-Wegener-Institut, AWI/dpa
Das Forschungsschiff „Polarstern“ liegt bei einer seiner Reisen in der Antarktis an einer Eiskante. Foto: Stephan Schoen/Alfred-Wegener-Institut, AWI/dpa

BERLIN (dpa). Nichts als Eis, so weit das Auge reicht. Egal ob Sommer oder Winter: Eis, Eis, Eis. So sah es bisher in der Arktis rund um den Nordpol aus. Dort herrschen oft so tiefe Temperaturen, dass sogar das Meerwasser gefriert. Es entsteht ein Eispanzer, der die ganze Polregion bedeckt.

Doch diese Eisschicht wird dünner und kleiner. Schuld daran ist die Erwärmung der Erde. Wie sehr das Eis wegschmilzt, konnten Forschende bei einer großen Expedition im Jahr 2019 und 2020 beobachten. Die etwa 300 Männer und Frauen ließen sich dabei mit ihrem Schiff „Polarstern“ einfrieren. So konnten sie das Eis und die Luft messen.

„Wir haben die Arktis kennengelernt wie nie zuvor“, sagte der Polarforscher Markus Rex. Er leitete die Expedition mit dem Namen „Mosaic“, die einige Leute die größte Klima-Expedition aller Zeiten nennen. Professor Rex war erstaunt, wie dünn der Eispanzer war und wie schnell er wegschmolz. „Schneller als jemals zuvor“, sagte er. Vor etwa 125 Jahren hatte der Forscher Fridtjof Nansen so eine ähnliche Expedition geleitet, bei der sich Forschende mit dem Schiff in die Arktis begaben. Auch er notierte viele Daten, etwa die Temperatur. Markus Rex stellte fest: Im Winter war es in der hohen Arktis jetzt zehn Grad Celsius wärmer als damals! Die Forschenden denken, dass es bald im Sommer gar kein Meereis mehr in der Arktis geben könnte. Die „Mosaic“-Forscherin Stefanie Arndt sagt: Wir gehören womöglich zu den letzten Menschen, die das noch sehen. „Kommende Generation werden das wohl nicht mehr erleben.“ Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finden es sehr wichtig, den Klimawandel zu begrenzen. Dafür sollte so wenig klimaschädliches Gas wie möglich ausgestoßen werden, sagte Markus Rex. Zum anderen müsse man auch daran forschen, wie solches Gas aus der Luft geholt werden könne.

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