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Charlotte will Menschen aus dem Wasser retten

30.06.2022 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sie halten Wache am Badesee oder im Freibad. Wenn dort jemand in Not gerät, eilen die Rettungsschwimmer zu Hilfe. Wie das geht, kann man lernen. Die dpa-Nachrichten für Kinder haben Charlotte bei ihrer Prüfung zum Juniorretter begleitet.

Anna Speckbrock, Wasserretterin und Bootsführerin aus dem nordrhein-westfälischen Waltrop und für eine Woche Wasserretterin an der DLRG-Station in Weissenhäuser Strand, und Lars Daldrup, Rettungsschwimmer aus dem nordrhein-westfälischen Haltern, bereiten eine Übung am Ostseestrand vor. Die Rettungsschwimmer der DLRG passen in der Nähe von Gewässern auf Badegäste auf.  Foto: Marcus Brandt
Anna Speckbrock, Wasserretterin und Bootsführerin aus dem nordrhein-westfälischen Waltrop und für eine Woche Wasserretterin an der DLRG-Station in Weissenhäuser Strand, und Lars Daldrup, Rettungsschwimmer aus dem nordrhein-westfälischen Haltern, bereiten eine Übung am Ostseestrand vor. Die Rettungsschwimmer der DLRG passen in der Nähe von Gewässern auf Badegäste auf. Foto: Marcus Brandt

Charlotte klettert aus dem Schwimmbecken, schnappt sich ihre nassen Klamotten und lächelt. Geschafft! Sie hat soeben die letzte Prüfung zum Juniorretter bestanden. „Die hatte es aber noch mal ganz schön in sich. Ich fand, das war die schwierigste Prüfung überhaupt“, sagt die 14-Jährige.

Charlotte Braun (14) sitzt auf einem Sprungbrett im Schwimmbad und schaut in die Kamera (gestellte Situation). Charlotte hat im Kurs gelernt, wie man Menschen aus dem Wasser rettet.  Foto: Stefanie Paul
Charlotte Braun (14) sitzt auf einem Sprungbrett im Schwimmbad und schaut in die Kamera (gestellte Situation). Charlotte hat im Kurs gelernt, wie man Menschen aus dem Wasser rettet. Foto: Stefanie Paul

Zuerst musste sich Charlotte vier Minuten lang auf dem Rücken treiben lassen. „Wir nennen das kraftsparende Lage“, erklärt Ausbilder Robert Heetkamp, während er Charlottes Prüfungskarte ausfüllt. Diese kraftsparende Lage ist vor allem dann wichtig, wenn man selbst in Not gerät und im Wasser auf Hilfe warten muss. Anschließend musste sie sechs Minuten lang in ihren Klamotten im Becken auf und ab schwimmen: zuerst in Brustlage, dann auf dem Rücken, dann mit Kraul und zum Schluss wieder Brust. Robert Heetkamp unterschreibt noch schnell, dann ist die Prüfungskarte komplett. Nun hat es Charlotte also geschafft: Sie darf sich ganz offiziell Juniorretter nennen. Damit hat sie die erste Stufe in der Ausbildung zur Rettungsschwimmerin gemeistert. Warum sie das macht? „Ich schwimme total gerne. Und die Ausbildung zum Juniorretter macht einfach riesigen Spaß“, erzählt die Schülerin.

Ein Jahr lang hat sie zusammen mit ihrer Gruppe darauf trainiert, immer mittwochs in einem Hallenbad in der Stadt Düsseldorf. Sie hat verschiedene Schwimmarten trainiert, hat Erste Hilfe gepaukt, gelernt wie man einen Notruf absetzt und wie man sich selbst aus einer Notsituation rettet.

„Natürlich haben wir auch gelernt, jemand anderes zu retten“, sagt Charlotte und hüpft zusammen mit ihrer Freundin Sophia noch einmal ins Wasser. Die beiden Mädchen diskutieren noch kurz, wer denn nun wen retten darf. Dann lässt sich Sophia im Wasser treiben, Charlotte schwimmt auf sie zu und macht den sogenannten Achselschleppgriff. Das bedeutet, sie fasst Sophia von hinten unter die Arme. Beide liegen nun auf dem Rücken – und mit ein paar kräftigen Beinschlägen zieht Charlotte ihre Freundin durch das Wasser. Dabei muss sie darauf achten, dass Sophias Kopf immer über Wasser bleibt. Gar nicht so einfach. Aber: Gerettet! In der Prüfung läuft das Ganze noch ein bisschen komplizierter ab, verrät Charlotte: „Man muss auf den anderen zuerst zuschwimmen, dann auf halber Strecke abtauchen und zwei Ringe hochholen, dann den Achselschleppgriff machen und den anderen 15 Meter schleppen.“

Charlotte hat schon das nächste Ziel vor Augen. Sie will schon bald mit der Ausbildung zur Rettungsschwimmerin Bronze starten. Wer weiß, eines Tages hält sie dann vielleicht Wache am Badesee und passt auf, dass niemandem im Wasser etwas passiert.

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