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Briefträger-Pensum: 14 Kilometer und 5600 Stufen

22.01.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Godot http://www.bovec-sc.si/?essay-of-teaching - Get Custom eBooks Written by Professional eBook Writers. Die Schuhe von Jochen Engel sehen etwas abgewetzt aus. Kein Wunder, bei ihrem fleißigen Besitzer sind sie extrem im Einsatz. Der 56 Jahre alte Mann ist Briefträger und fast jeden Tag stundenlang zu Fuß unterwegs. Im Hamburger Stadtteil Blankenese geht er von Haus zu Haus und bringt den Leuten die Post. „Das sind 14 Kilometer jeden Tag, so viel wie 35 Runden um den Sportplatz“, erzählt Jochen Engel und verstaut Hunderte Briefe in seiner Posttasche. Dazu kommen Berge von Post, die er in einen gelben Trolley packt.

Mit vielen Kilogramm Post macht er sich auf den Weg, um alles zu verteilen. Es ist neun Uhr. Aber der Briefträger ist schon viel länger auf den Beinen. Um vier Uhr hat sein Wecker geklingelt. Duschen, anziehen, frühstücken, Schuhe an – und los zur Arbeit. Gegen sechs beginnt sein Dienst. „Ich muss die Post für meinen Bereich zuerst nach Adressen sortieren. Dann laufe ich los“, erklärt er. Flott setzt er einen Fuß vor den anderen und grüßt die Leute. „Guten Morgen, Heike! Wie geht’s?“, schmettert er fröhlich einer Frau zu, die aus der Tür guckt. Jochen Engel kennt fast alle, denen er die Post bringt. Sie freuen sich über diesen Postboten, der nicht nur Briefe, sondern auch gute Laune verteilt. Der hügelige Ort hat nur einen Haken: Es gibt überall Treppen. „Ich steige jeden Tag rund 5600 Stufen“, sagt Jochen Engel. Und viele Stufen sind jetzt im Winter vereist. Deshalb setzt der Briefträger seine Schuhe fest auf, damit er nicht ausrutscht. Er stapft zum nächsten Postkasten. Der hängt direkt neben der Tür. Woanders ist nur ein schmaler Schlitz in der Wand, sehr versteckt. „An meinem ersten Tag habe ich viel gesucht. Aber jetzt kenne ich alles“, sagt Jochen Engel und wirft an einem anderen Haus Briefe in einen Fahrradkorb. Den nutzen die Leute hier als Postkasten. Er weiß genau, welcher wo passt. Am Nachmittag um halb vier ist der Postbote mit seiner Runde fertig. Zu Hause heißt es: Schuhe aus und Füße hoch! „Die Arbeit ist anstrengend“, sagt Jochen Engel. „Aber ich bin immer draußen und treffe nette Leute. Es ist der beste Beruf, den man haben kann.“ Nur die Schuhe finden das nicht. „Die nutzen sich bei mir ganz schnell ab. Ich brauche jedes Jahr drei bis vier Paar neue“, meint der Briefträger.

Ein Briefträger auf dem Fahrrad Foto: Wolfgang Kumm

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