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Biss-Spuren verraten seltene Haselmaus

09.05.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Das nennt man einen echten Glückstreffer: Grundschüler haben in Niedersachsen Spuren der seltenen Haselmaus entdeckt. In einer Aktion von Naturschutz-Gruppen hatten die Schüler einer zweiten Klasse angeknabberte Haselnüsse gesammelt. Diese schickten sie an Experten. Die Experten untersuchten dann die Biss-Spuren an den Nüssen.

Ergebnis: Eindeutig Haselmaus. Denn Nüsse lieben viele Tiere, aber sie verwenden zum Knacken typische Techniken. Und daran kann man sie erkennen.

Eichhörnchen spalten die Nüsse. Waldmäuse beißen senkrecht durch die Schale. Aber die kleine, nur daumengroße Haselmaus dreht die Nuss beim Öffnen – wie ein Dosenöffner. Dadurch wird das Loch kreisrund. Außerdem setzt sie beim Nagen immer an einer bestimmten Stelle der Nuss an.

Die Experten staunten, als sie diese Spuren fanden. Denn Haselmäuse sind sehr rar geworden.

Der Name „Haselmaus“ täuscht. Streng genommen gehört sie gar nicht zur Familie der Mäuse. Das Tierchen mit den schwarzen Knopfaugen ist vielmehr eng verwandt mit dem Siebenschläfer – auch wenn der viel größer ist.

Genau wie der Siebenschläfer hat die Haselmaus einen buschigen Schwanz. Der hilft ihr, in den Bäumen geschickt von Ast zu Ast zu hopsen. Der Schwanz von richtigen Mäusen ist dagegen eher dünn und fast nackt.

Haselmäuse leben oft an Waldrändern, manchmal auch in Gärten. Sie verputzen gerne Beeren, Früchte, Samen, Insekten – und im Herbst auch jede Menge Eicheln und Haselnüsse.

Weil es im Winter im Wald nicht viel zu fressen gibt und Haselmäuse Gras und Wurzeln nicht verdauen können, futtern sie sich einen Winterspeck an. Der hilft ihnen, die kalte Jahreszeit zu überstehen. Denn so etwa im Oktober oder November kuscheln sich die Haselmäuse in ein Versteck und halten bis zum Frühjahr Winterschlaf.

Die Haselmäuse werden bis zu sechs Jahre alt, was für so kleine Säugetiere sehr alt ist.

Übrigens gibt es die Nussjagd auch in Baden-Württemberg. Mehr findet ihr im internet unter: www.nussjagd.de

Die Haselmaus ist nur daumengroß. Foto: Sven Büchner/NABU

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