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Bis die Lanzen krachen

14.01.2021 05:30, Von Katharina Köhler — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Auch heute noch treten manche Menschen in ihrer Freizeit als Ritter auf und treten bei Turnieren gegeneinander an

Ich kämpfe am besten! Um das zu beweisen, sind Ritter früher bei Turnieren gegeneinander angetreten. Das war ein gutes Training für die Ritter. Natürlich gab es auch etwas zu gewinnen.

Auch heute treten Reiter gegeneinander an: als Hobby. Foto: Dan Himbrechts/AAP/dpa
Auch heute treten Reiter gegeneinander an: als Hobby. Foto: Dan Himbrechts/AAP/dpa

Es herrscht buntes Treiben auf dem Burghof. Die anwesenden Gäste sind feine Leute. Die besten Plätze sind für den König reserviert. Schließlich hat der alle eingeladen. Viele Ritter sind von weither gekommen, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Jetzt sind alle gespannt, wer als Sieger vom Platz gehen wird!

So könnte die Stimmung bei einem Ritterturnier im Mittelalter gewesen sein. „Ein Turnier war ein großes Fest“, sagt Gregor Lietzau. Als Museumsmitarbeiter kennt er sich gut mit Ritterthemen aus. Er erklärt, die Turniere seien vor allem drei Dinge gewesen: Unterhaltung, Wettkampf und Training. „Der Gedanke dahinter war, dass die Ritter in kriegsfreien Zeiten nicht aus der Übung kommen.“

Das heißt: Beim Turnier ging es nicht darum, jemanden zu verletzen oder zu töten. Ritter sollten stattdessen ihre Geschicklichkeit und ihr Können zeigen. Damit nichts Schlimmes passiert, hatten die Ritter ihre Rüstung an. Die findet auch Jonathan spannend. Der Siebenjährige weiß schon ziemlich viel über Ritter und wäre am liebsten selbst einer. „Es ist toll, dass sie so gut geschützt sind mit der Rüstung“, sagt er. Auch die Waffen der Ritter faszinieren ihn.

Seine große Schwester Amelie ist elf Jahre alt und findet Ritter auch interessant. Besonders, dass sie mit Pferden in die Schlacht oder zum Turnier gezogen sind, gefällt ihr. Schließlich ist Amelie selbst ein großer Pferde-Fan. Das Pferd kam auch bei der bekanntesten Art von Ritter-Wettkampf zum Einsatz: dem Lanzenstechen. Dabei reiten die Ritter mit einer Lanze bewaffnet aufeinander zu und versuchen, sich vom Pferd zu stoßen. Trotz der Rüstung war das nicht ungefährlich!

Der Sieger bekam vom Besiegten wertvolle Dinge

So eine Lanze war mehrere Meter lang und aus Holz. Sie war also auch schwer. Mit einer Hand hätte man sie nicht lange geradeaus halten können. Deshalb gab es einen Trick: An der Rüstung hatte der Ritter eine Stütze, auf der er die Lanze ablegen konnte.

Wer sich am Schluss gegen alle anderen durchgesetzt hatte, bekam eine Belohnung. „Der Sieger hat meist von seinem Besiegten die wertvollsten Dinge bekommen. Das heißt: die Rüstung und das Pferd“, weiß Gregor Lietzau. Zum Glück besaß jeder Ritter aber mehr als eine Rüstung und ein Pferd.

Neben der Belohnung ging es aber beim Turnier vor allem um Ruhm und Ansehen, erklärt Gregor Lietzau. Turniere seien etwa für junge Ritter eine prima Gelegenheit gewesen, sich einen Namen zu machen.

Je nach Turnierregeln ging auch der Verlierer des Finales nicht leer aus. Eine Möglichkeit: Er bekam ein Schwein. „Das konnte er dann schlachten und immerhin eine Weile seine Familie durchfüttern“, sagt Gregor Lietzau.

Man vermutet, dass daher auch ein Sprichwort stammt: Du hast aber Schwein gehabt! Damit meint man, dass etwas zum Glück noch einmal gut ausgegangen ist.

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