Paulas Nachrichten

Besuch bei einem Parfüm-Macher

21.01.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein bisschen Rose, ein Hauch Jasmin und dann noch etwas Lavendelduft – Lutz Lehmann weiß, was zusammen gut riecht. Er ist Parfümeur. Er überlegt sich neue Parfüm-Rezepte und mischt sie zusammen. Wie das geht, hat er dpa-Nachrichten für Kinder verraten.

Als Lutz Lehmann sechs Jahre alt war, musste er durch die Nasenschule. Heißt: Sein Vater hielt ihm oft einen Duft vor die Nase. Und er musste raten, was das war. Wie sein Vater und sein Großvater ist auch Lutz Lehmann nun ein Parfümeur – ein Parfüm-Macher. Schon als Kind durfte er seine ersten Düfte mischen. „Damals ging noch viel daneben“, erzählt Lutz Lehmann und lacht. Mittlerweile aber ist er ein Parfüm-Profi.

Im Alter von etwa 30 Jahren übernahm er das Parfüm-Geschäft in Berlin. Viele Glasflaschen reihen sich dort vor großen Spiegelwänden. Darin sind braune, durchsichtige oder gelbe Flüssigkeiten – Parfüms, die Lutz Lehmann selbst entworfen hat. Und zwar direkt unter dem Geschäft, in seinem Labor. Der Zutritt ist streng verboten. Dort stecken nämlich all seine Geheimnisse: Zum Beispiel spezielle Flaschen mit den wertvollen ätherischen Ölen, die man zum Mischen der Düfte braucht. Oder seine Parfüm-Rezepte. Das alles darf keiner sehen – sonst könnte man seine kostbaren Düfte ja nachbauen.

Ein paar Sachen verrät er aber: „Die Luft ist dort immer frisch, damit man gut riechen kann.“ Außerdem ist es kühl und dunkel – so halten sich die kostbaren Stoffe länger. In seinem Labor macht Lutz Lehmann auch richtig besondere Düfte: „Manchmal kommen Filmstars, die sich bei mir ihren eigenen Duft machen lassen“, erzählt der Parfümeur. Einen, den niemand sonst hat. Diese persönlichen Düfte sind irre teuer.

Natürlich trägt Lutz Lehmann auch selbst gerne Parfüms. Sein Lieblings-Parfüm im Moment heißt Valeria. „Das riecht ein bisschen nach Moos und ist eher herb“, erzählt er. Und wenn er spazieren geht, kommt ihm manchmal ein Duft in die Nase, von dem er denkt: Den muss ich haben. Wie einmal auf der Insel Mallorca. Lutz Lehmann stand an einem Wald voller Pinien, daneben das salzige Meer. Wie toll das roch!

Der Parfümeur versuchte sich den Duft zu merken, ging nach Hause in seinen geheimen Keller und tüftelte so lange, bis er ihn nachgebaut hatte.

„Manchmal wird aus diesen eingefangenen Düften ein neues Parfüm“, sagt Lutz Lehmann. Diese Parfüms sind dann wie riechende Erinnerungen.

Ein Parfüm zu entwickeln, ist irre viel Arbeit. Fotos: Maria Rossbauer

Schon als Kind entwarf Lutz Lehmann die ersten Düfte.

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