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Bellen, beißen, schnüffeln

17.06.2020 05:30, Von Linda Vogt — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ausgebildete Hunde helfen der Polizei bei hrer wichtigen Arbeit

Bei diesen Hunden ist Streicheln verboten. Simba und Surt helfen der Polizei. Sie haben gelernt zu beißen - und ihrer Hundeführerin aufs Wort zu gehorchen.

Simba und Surt sind Schutzhunde der Polizei. Dafür mussten sie eine Prüfung ablegen. Sie haben unter anderem gelernt zu beißen.  Fotos: Mohssen Assanimoghaddam
Simba und Surt sind Schutzhunde der Polizei. Dafür mussten sie eine Prüfung ablegen. Sie haben unter anderem gelernt zu beißen. Fotos: Mohssen Assanimoghaddam

RASTEDE. Sie können super riechen und Verbrechern Angst machen. Die Hunde Simba und Surt helfen der Polizei. „Das sind Schutzhunde“, sagt die Hundeführerin Saskia: „Das bedeutet, dass sie gelernt haben zu beißen. Weil sie uns und unsere Kollegen beschützen sollen.“ Ihren vollen Namen möchte die Polizistin nicht in der Zeitung lesen, genau wie ihre Kollegin Freya.

Beißen und anderes üben die Hunde auf einem Gelände im Ort Rastede im Bundesland Niedersachsen. „Wir trainieren fast ausschließlich mit Futter oder Spielzeug“, sagt Saskia. Es hilft, dass die Hunde gerne spielen. Denn wenn sie hören, gibt es zur Belohnung einen Ball oder eine Beißwurst. „Sie arbeiten dafür, das Spielzeug zu bekommen. So kann man super alle Kommandos üben“, erklärt die Polizistin.

Die beiden Belgischen Schäferhunde werden viel gelobt. „Guter Junge, das hast du toll gemacht!“, sagt Saskias Kollegin Freya. Surt hat seine Nase gerade im Rasen vergraben und alles erschnüffelt, was nach Mensch riecht: Ein Handy, eine Uhr und einen Zollstock.

Surt könnte zum Beispiel auch die Waffe eines Räubers finden. „Wenn jemand Diebesgut weggeschmissen hat, findet er das. Und wenn ein Kollege seinen Autoschlüssel verloren hat, findet er den auch“, sagt Freya. Sie ist Surts Hundeführerin, beide sind ein Team. Sie üben zusammen und gehen gemeinsam auf Einsätze.

Nicht jeder Hund kann bei der Polizei helfen. Simba und Surt mussten eine Prüfung bestehen: die Schutzhundeprüfung. Die nächste Herausforderung für die zwei und zweieinhalb Jahre alten Tiere steht bevor: die Spezialisierung. Hier geht es um die Talente jedes Hundes.

„Surt kann besonders gut suchen. Deshalb soll er Fährtenhund mit Individualgeruch werden“, sagt seine Hundeführerin Freya. Dann kann er nach verschwundenen Kindern und Jugendlichen suchen. „Wenn man Gegenstände von dem Menschen hat, lässt man den Hund riechen und dann findet der die Spur im besten Fall“, erklärt ihre Kollegin Saskia.

„Simba sucht nicht so gerne“, erzählt sie weiter: „Er beißt lieber, macht den Schutzdienst.“ Damit Simba und Surt das üben können, lassen sich die Polizistinnen gegenseitig von ihren Hunden beißen. „Das ist schon sehr aufregend. Da gibt es auch mal blaue Flecken, aber keine größeren Verletzungen“, sagt Saskia. Dafür ziehen die Hundeführerinnen einen Schutzanzug an.

Um Menschen ohne Schutzanzug nicht zu schlimm zu verletzen, lernen Simba und Surt nur ein einziges Mal zuzubeißen, ins Bein oder in den Arm. Aber das Wichtigste: Sie lernen, ihrer Hundeführerin aufs Wort zu gehorchen. Oft reicht es schon, wenn sie nur bellen, um einem Verbrecher Angst zu machen.

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