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Beim Trickfilm gibt es unendlich viele Möglichkeiten

31.08.2019 00:00, Von Linda Vogt — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Trickfiguren können die verrücktesten Sachen machen – Für die Ideen braucht es echte Menschen mit Fantasie

Scarlett Johansson ist ein Filmstar, genauso wie etwa Leonardo DiCaprio. Manche Filmstars sind aber keine Menschen, sondern die Figuren in Trickfilmen. Sie können alles machen, was die Filmemacher sich ausdenken.

Pech gehabt: Im Film geraten einige der Playmobil-Figuren in eine Falle.  Foto: Concorde Filmverleih GmbH/dpa
Pech gehabt: Im Film geraten einige der Playmobil-Figuren in eine Falle. Foto: Concorde Filmverleih GmbH/dpa

STUTTGART. Ein Playmobil-Männchen kann den Arm nach oben und unten bewegen. Aber das war’s. Zur Seite zeigen oder abknicken geht nicht. Zumindest nicht, wenn man mit den Plastik-Männchen spielt. Anders ist das im neuen Playmobil-Kinofilm. Dort können die Männchen etwa reden und die Augenbrauen zusammenkneifen.

Lino DiSalvo ist der Regisseur des Films „Playmobil – Der Film“.  Foto: Marijan Murat
Lino DiSalvo ist der Regisseur des Films „Playmobil – Der Film“. Foto: Marijan Murat

„Playmobil – Der Film“ ist ein Animationsfilm. Das Wort Animation bedeutet: Etwas zum Leben erwecken. Und genau das macht der Filmemacher Lino DiSalvo. Er hat schon die Figuren im Film „Die Eiskönigin“ lebendig gemacht. Und jüngst die im Playmobil-Film.

Ein meterlanger Arm

Was toll ist für so einen Animationsfilmer: Er hat unendlich viele Möglichkeiten. „Die Figur kann alles machen, was du möchtest: Den Arm meterlang strecken. Den Mund bis hinunter zum Boden öffnen“, sagt Lino DiSalvo. „Alles, was du dir vorstellen kannst. Es gibt keine Begrenzungen.“

Solche Animationsfilme entstehen mit Hilfe von bestimmten Computerprogrammen.

„Die Figur ist darin wie eine Puppe: Ich gebe ihr Knochen und setze Punkte am Körper“, sagt Lino DiSalvo. So kann er sie winken lassen. Oder er zieht den Mundwinkel hoch und lässt die Figur lächeln.

Über 100 Jahre Trickfilm

Die ersten Animationsfilme entstanden vor mehr als 100 Jahren mit Stift und Papier. Aber auch heute noch fängt Lino DiSalvo immer zuerst mit Zeichnen an. Nach diesen Zeichnungen wird dann die Figur im Computer gebildet. Lächeln können allein reicht dabei nicht. Wie bei jedem anderen Film ist vor allem eines wichtig: die Geschichte.

In „Playmobil – Der Film“ geht es darum, dass sich Kinder in Playmobil-Figuren verwandeln.

„Der kleine Charlie wird zum Wikinger. Mit allen Superkräften, die er seinem Spielzeug vorher gegeben hat“, erzählt Lino DiSalvo. Charlies große Schwester Marla versucht, ihn aus der Spielzeugwelt in die wirkliche Welt zurückzubringen. Die Handlung haben sich viele Menschen zusammen ausgedacht. An einem Animationsfilm fürs Kino arbeiten insgesamt mehrere Hundert Menschen mit. Sie überlegen sich die Geschichte, gestalten das Aussehen der Figuren und erwecken sie zum Leben.

Dabei müssen die Mitarbeiter ständig ihre Fantasie benutzen. Das ist anders, als wenn mit echten Menschen ein Film gedreht wird: „Beim Dreh haben auch die Schauspieler Ideen. Ein Schauspieler macht etwas Unerwartetes, und das kommt dann in den Film“, erklärt Lino DiSalvo. „Beim Animationsfilm musst du dir jede Kleinigkeit ausdenken.“

Er nimmt sich echte Menschen aber zumindest zum Vorbild. Nicht irgendwen, sondern sich selbst. „Ich filme mich. Dann sehe ich, wie ein bestimmter Gesichtsausdruck natürlich aussieht“, sagt er.

 

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