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Beim Spitzensport vom Virus ausgebremst Manche Athleten haben auch nach der Genesung noch Probleme – Sie wollen aber an der Olympiade teilnehmen

29.06.2021 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Das Coronavirus ist heimtückisch. Man kann von Covid-19 genesen sein und ist trotzdem nach wie vor krank. Auch etliche Spitzensportler und Spitzensportlerinnen leiden unter Long Covid. Das ist schlimm für sie, denn bald beginnen die Olympischen Spiele!

Mehrere Millionen Menschen hat es in Deutschland schon erwischt. Sie steckten sich mit dem Coronavirus an. Viele erkrankten dadurch schwer an der Krankheit Covid-19. Andere hatten dagegen nur leichte oder gar keine Beschwerden. Auch Spitzensportler und Spitzensportlerinnen infizierten sich mit dem Coronavirus. Betroffen waren Leute aus dem Eishockey, Basketball, Fußball, Ringen oder Leichtathletik. Einige von ihnen leiden noch immer an den Folgen.

Der Ringer Frank Stäbler sitzt während eines Atemtrainings in einer Meditationsposition in seinem Krafttrainingsraum (links). Er war an Covid-19 erkrankt und hatte nach seiner Genesung bei einem Belastungstest um 20 Prozent schlechtere Leistungswerte als normal. Mit einer Atemtherapie versucht er, seine Leistungsfähigkeit wieder herzustellen (rechts).  Fotos: Marijan Murat
Der Ringer Frank Stäbler sitzt während eines Atemtrainings in einer Meditationsposition in seinem Krafttrainingsraum (links). Er war an Covid-19 erkrankt und hatte nach seiner Genesung bei einem Belastungstest um 20 Prozent schlechtere Leistungswerte als normal. Mit einer Atemtherapie versucht er, seine Leistungsfähigkeit wieder herzustellen (rechts). Fotos: Marijan Murat

Wilhelm Bloch arbeitet an der Deutschen Sporthochschule in Köln, einer Stadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Zusammen mit anderen Fachleuten versucht er herauszufinden, was das Virus mit unserem Körper anstellt. Denn es gibt eine Krankheit, die nach der Krankheit kommt. Fachleute sprechen von Long Covid, übersetzt Langes Covid. „Das bedeutet, im Körper kann man keine Viren mehr nachweisen. Die Menschen sind eigentlich gesund. Und trotzdem haben sie noch Symptome“, erklärt Wilhelm Bloch.

Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, sind nur einige Symptome

Die Menschen sind also doch nicht wirklich gesund. Das Virus hat Spuren hinterlassen: Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Probleme mit den Nieren, Probleme mit dem Herz, Haarausfall oder ständige Müdigkeit. Das sind nur einige Symptome von Long Covid. „Wir wissen über diese Krankheit einfach noch vieles nicht“, sagt der Fachmann.

Long Covid ist ein Riesenproblem

Für Spitzensportler und Spitzensportlerinnen ist Long Covid ein Riesenproblem. Vor allem, weil die Olympischen Spiele vor der Tür stehen. Wer mitmachen will, muss eigentlich topfit sein. Nur so kann man eine Medaille gewinnen.

Seit mehreren Monaten überwachen Wilhelm Bloch und andere Experten daher etwa 500 Leute aus dem Spitzensport. Sie machen ein sogenanntes Monitoring.

Die Fachleute wollen untersuchen, wie Athleten und Athletinnen mit den Folgen von Long Covid umgehen.

Sie wollen wissen, was die Krankheit im Körper anstellt und wie schnell sich der Körper erholt. Dazu führen die Experten spezielle Untersuchungen durch. Unter anderem werden regelmäßig Blutproben genommen.

„Sportler sind hart im Nehmen, die versuchen sich wieder ranzukämpfen“, sagt Wilhelm Bloch.

Gleichzeitig seien Sportler und Sportlerinnen aber auch supersensibel. Sie achten extrem auf ihren Körper und merken schon kleinste Veränderungen. Über spezielles Training versuchen sie, zu ihrer alten Form zurückzukommen. Bei manchen Athleten und Athletinnen sind die Probleme so groß, dass das nicht rechtzeitig zu den Olympischen Spielen klappt. Manche müssen ihre Karriere wohl ganz beenden.

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