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Bedienen durch Berühren

11.07.2020 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Viele moderne Geräte reagieren auf leichte Berührungen der Finger

Auf Knöpfe drücken und an Hebeln ziehen, so funktionieren viele technische Geräte. Doch nach und nach setzt sich der Touchscreen durch. Den kann man mit den bloßen Fingern bedienen.

Bitte berühren! So funktionieren viele Fahrkartenautomaten.  Foto: Woitas/dpa-Zentralbild/ZB
Bitte berühren! So funktionieren viele Fahrkartenautomaten. Foto: Woitas/dpa-Zentralbild/ZB

Tippen, schieben, wischen. Ein Smartphone lässt sich einfach bedienen. Auf dem Bildschirm wählen wir etwa Buchstaben oder Zahlen an. Oder wir drücken den Auslöser der Kamera. Wir wischen Fotos weiter, vergrößern oder löschen sie. Dafür brauchen wir nichts weiter als unsere Finger. Doch wie funktioniert das überhaupt?

Einen Bildschirm, der auf Berührung reagiert, nennt man Touchscreen (gesprochen: tatsch skrien). Touch ist englisch und heißt berühren. Screen bedeutet Bildschirm. Den Bildschirm eines Smartphones oder Tablets berühren wir aber eigentlich nicht wirklich. Der Finger kommt nur mit der dünnen Glasscheibe in Kontakt, die auf dem Bildschirm liegt. Diese Glasscheibe ist sehr speziell.

Ein fast unsichtbares Netz aus Metall liegt unter dem Glas

„Auf der Unterseite des Glases liegt ein nahezu unsichtbares Netz aus Metall“, erklärt Hagen Klauk. Der Wissenschaftler kennt sich mit Elektrotechnik aus. „In diesem Netz fließt elektrischer Strom, den ein Chip im Smartphone messen kann.“ Der Chip schickt elektrisch geladene Teilchen durch das Netz: die Elektronen. Ihre Bewegung misst der Chip und zählt ständig, wie viele Elektronen sich wann und wo befinden.

Nun kommen unsere Finger ins Spiel. Auch in ihnen befinden sich elektrisch geladene Teilchen. Denn auch unser Körper leitet eine sehr kleine Menge Strom. Manche der Teilchen im Finger sind positiv geladen, manche negativ. Unterschiedlich geladene Teilchen ziehen sich an, gleich geladene stoßen sich ab. Berühren wir nun einen Touchscreen, dann beeinflussen die Teilchen von unserem Finger die Teilchen im Metallnetz. „Ein Teil des Stroms fließt in unseren Finger“, erklärt der Fachmann weiter. „Diese Veränderung erkennt der Chip sofort.“ So merkt das Smartphone: Wo sich die Ladung der Teilchen verändert, muss unser Finger sein. Auf diese Weise erfasst die Technik im Smartphone oder anderen Geräten mit Touchscreen die Position unseres Fingers.

Ein oder mehrere Finger, Bewegung und Tempo

Sie erkennt auch, ob sich der Finger bewegt, in welche Richtung und wie schnell – oder ob ein Finger oder mehrere den Bildschirm berühren. Wie das Gerät dann auf diese Information reagiert, liegt am Computerprogramm, das gleichzeitig abläuft. Mit einem Programm kann man zum Beispiel Texte schreiben, mit anderen Filme drehen oder kleine Videospiele spielen. Zu jeder Zeit erfasst dabei ein Chip die Lage und Anzahl der elektrisch geladenen Teilchen.

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