Paulas Nachrichten

Banküberfälle passieren heute nur selten

27.10.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Es geht um Geld am Arbeitsplatz von Volker Kielow. Er ist Bankkaufmann und arbeitet bei der Berliner Sparkasse. Dort hat er jeden Tag mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun. Er soll sie beraten und ihre Fragen rund um ihr Geld beantworten. Und er hat sogar schon Banküberfälle erlebt.

Warum sind Sie Bankkaufmann geworden?

„Ich habe schon als Kind sehr gerne gespart. Ich hatte ein Konto und wenn ich etwas Geld zusammenhatte, habe ich es ganz stolz zur Sparkasse getragen und dort auf mein Sparbuch eingezahlt. Mein Papa hat mir alles erklärt, was man über Geld wissen muss. Nach der Schule habe ich mich bei Banken um eine Lehrstelle beworben und hatte Glück, dass ich gleich eine bei der Sparkasse bekommen habe.“

Was sollte man als Bankkaufmann oder Bankkauffrau gut können?

„Man sollte sich gut ausdrücken können, damit die Kunden verstehen, was man ihnen erklären will. Man sollte immer freundlich bleiben, auch wenn man selbst oder auch ein Kunde mal einen schlechten Tag hat. Und man sollte sich in eleganter Kleidung wohlfühlen. Wir Männer tragen in der Bank immer Anzug und Hemd, die Frauen Rock oder Hose und Blazer.“

Muss man sehr gut rechnen können, um Bankkaufmann zu werden, oder kann ich das auch mit einer schlechten Note in Mathematik schaffen?

„Im Beruf brauche ich nicht alles, was ich in der Schule im Matheunterricht lernen musste. Aber man sollte Spaß an Zahlen haben. Man hat täglich damit zu tun. Wir müssen nicht nur rechnen, sondern geben Daten in den Computer ein oder arbeiten mit Kontonummern. Die Kontonummer einiger Kunden kenne ich sogar auswendig.“

Sie haben den ganzen Tag mit Geld zu tun. Werden Sie da nicht manchmal neidisch und denken „So viel Geld hätte ich auch gern“?

„Nein, für mich sind die Geldscheine nur Papier und die Münzen nur Metall. Ich arbeite damit und denke nicht daran, was ich mir zum Beispiel davon alles kaufen könnte. Es ist eben nicht mein Geld.“

Banken werden manchmal überfallen. Haben Sie Angst davor, dass plötzlich mal ein Bankräuber vor Ihnen steht?

„Das ist mir sogar schon passiert, ganze vier Mal. Es war schlimm, man hat große Angst in so einem Moment. Aber es ist lange her. Heute passiert das nur noch ganz selten. Menschen, die Geld ergaunern wollen, wissen, dass sich das Überfallen einer Bank nicht lohnt, weil es dort kaum noch Bargeld gibt.“

Gibt es keinen Tresor voller Geld und Goldbarren?

„Nein, schon lange nicht mehr. Das Geld wird regelmäßig abgeholt, wir haben nur kleine Mengen und auch nicht in jeder Filiale. Die Scheine, die in den Automaten kommen, werden von einer Firma gebracht. Früher musste ich manchmal große Mengen Geld in den Tresor schaffen: Das war richtig schwer! Heute haben wir Bankkaufleute bei der Arbeit kaum noch Bargeld in der Hand.“

Foto: Angelika Warmuth

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