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Bärenstarke Winzlinge Bärtierchen sind winzig kleine Tiere mit besonderen Kräften – Sie waren schon im Weltall

21.06.2014 00:00, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Forscher untersuchen Bärtierchen, weil wir Menschen von ihnen lernen können. Zum Beispiel in der Universität in Würzburg.

Mitmachgrafik Bärtierchen: Unter dem Mikroskop haben sich 12 Bärtierchen versteckt. Wo sind sie?  Grafik: D. Dytert
Mitmachgrafik Bärtierchen: Unter dem Mikroskop haben sich 12 Bärtierchen versteckt. Wo sind sie? Grafik: D. Dytert

WÜRZBURG. Tierische Superhelden geistern um uns herum. Sie haben acht tapsige Beinchen und sehen ziemlich ulkig aus. Und sie haben ganz besondere Kräfte. Doch wie echte Superhelden bekommt man sie kaum zu Gesicht. Sie sind nämlich winzig klein. Und kaum einer kennt sie. Die Mini-Helden heißen Bärtierchen. Den Namen haben sie bekommen, weil sie ein bisschen wie Gummibärchen aussehen. Jedenfalls, wenn man sie mit einem Mikroskop betrachtet.

Lange Zeit hat niemand gewusst, dass es sie gibt. Doch Bärtierchen leben überall auf der Welt. Auf dem Land wie auch im Meer. Sie passen sich nämlich perfekt an ihre Umgebung an. Weil sie das so besonders gut können, gibt es Forscher, die sich mit den Bärtierchen beschäftigen. Denn sie wollen sich die Tricks der Winzlinge abgucken oder davon lernen.

Thomas Dandekar ist so ein Forscher. Er und seine Kollegen züchten die kleinen Winzlinge an der Universität Würzburg in Bayern. „Bärtierchen sind schon etwas Besonderes“, sagt Thomas Dandekar. „Sie gehören nicht zu den Würmern, nicht zu den Insekten und erst recht nicht zu den Wirbeltieren. Bärtierchen haben ihren eigenen Stamm.“

Und sie haben Superkräfte: Sie können vertrocknen und Jahre später wieder zum Leben erwachen. Weder starke Hitze noch Kälte kann ihnen etwas anhaben. Forscher haben sie gekocht und auch eingefroren. Das hat die Bärtierchen nicht gestört. Man hat sie sogar schon ins Weltall mitgenommen. Menschen können dort nur mit speziellen Raum-Anzügen überleben. Denn da draußen ist es extrem kalt und es gibt keine Luft zum Atmen. Die  Bärtierchen hingegen brauchten keine Anzüge. Ihnen hat die Reise ins All überhaupt nichts ausgemacht. „Diese Tiere sind unheimlich robust“, erklärt Thomas Dandekar. Sie besitzen aber nicht etwa ein magisches Schutzschild. „Bärtierchen überleben dank einer Art Boxer-Strategie“, sagt der Forscher. „Sie stecken sozusagen alle Schläge aus der Umwelt ein. Und dann reparieren sie sich sofort wieder.“ Wenn das doch nur wir Menschen so gut könnten . . .

„Von den Grund-Bausteinen sind Menschen den Bärtierchen gar nicht so unähnlich“, sagt Thomas Dandekar. Deshalb versucht er herauszufinden, welche Stoffe in den kleinen Wesen stecken, die sie so stark machen. „Diese Stoffe könnten auch den Menschen dienen und unser Gewebe etwas stärker machen“, sagt Thomas Dandekar. „Natürlich wollen wir uns dabei nicht gleich in riesige Bärtierchen verwandeln.“ Aber ein paar von den Superkräften würden uns vielleicht ganz gut tun.

Links seht Ihr eine Nahaufnahme. Die Fäden darauf sind Würmer. Sie sind das Futter für die Bärtierchen. Die Bärtierchen sind die dickeren länglichen Gebilde auf dem Foto.

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